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Gericht

LWL-Patientin schweigt zu den Vorwürfen

16.10.2012 | 18:54 Uhr

Arnsberg/Marsberg. Wegen versuchter schwerer Brandstiftung und gefährlicher Körperverletzung muss sich seit gestern eine 30 Jahre alte Frau vor dem Landgericht Arnsberg verantworten. Laut Anklage soll die damalige Patientin der LWL-Klinik für Psychiatrie in Marsberg Mitte April versucht haben, ein Gebäude in Brand zu setzen, um dadurch andere Patienten und Pflegekräfte zu verletzen. Die im norddeutschen Heide geborene Frau soll im unverschlossenen Lagerraum der Station 2 im zweiten Obergeschoss Toilettenpapierrollen entzündet haben.

In Marsberg waren die Ereignisse vom frühen Abend des 14. April, einem Samstag, lange Stadtgespräch. 100 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei rückten seinerzeit in Richtung „Weist“ zum Brandort aus, nachdem die automatische Brandmeldeanlage Alarm geschlagen hatte. Wegen der starken Rauchentwicklung musste das gesamte Gebäude mit 47 Patienten evakuiert werden. Ein Patient kam mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in das Krankenhaus in Brilon. Die Feuerwehrleute mit schwerem Atemschutz konnten den Brand in dem für Jedermann zugänglichen Raum schnell löschen.

Wegen der hohen Zahl an Patienten, die ins Freie gebracht werden mussten, wurde seitens des Leitenden Notarztes des Hochsauerlandkreises Großalarm ausgelöst. Deshalb waren auch zwei Hubschrauber im Einsatz.

Die Beschuldigte hat sich nach Angaben von Gerichtssprecherin Dorina Henkel beim gestrigen Auftakt des Sicherungsverfahrens vor der 2. Großen Strafkammer nicht zur Sache geäußert. Es wurde lediglich ein Betreuer einer Einrichtung als Zeuge gehört, in der die Frau vor ihrem Marsberger Aufenthalt gelebt hat. Am zweiten Verhandlungstag am 30. Oktober sollen ihr Bezugsbetreuer und ihr behandelnder Arzt gehört werden.

Den Ermittlungen zufolge soll die 30-Jährige die Tat gegenüber ihrem Betreuer gestanden haben, den Gutachtern soll sie aber später erklärt haben, dies „nur so gesagt zu haben“. Die Staatsanwaltschaft geht nach Gerichtsangaben davon aus, dass die Beschuldigte an einer erheblichen psychischen Erkrankung leidet und ihre Tat im Zustand der Schuldunfähigkeit begangen hat. Es sei nicht ausgeschlossen, dass die Frau in einer Psychiatrie untergebracht wird.

Rolf Hansmann



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