Linda McCartneys Erbe

Hallenberg..  Linda McCartney - viele Menschen verbinden mit der Ehefrau von Ex-Beatle Paul McCartney eine Tierschützerin oder die etwas unbeholfene Keyboarderin der Band „Wings“. Mitte der sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts war Linda McCartney jedoch auch eine begnadete Fotografin, die es durch ihre fotografischen Künste, aber auch ihre Kenntnisse aus der Rock-Szene schaffte, unverwechselbare Aufnahmen aus dieser anfangs noch unbekümmerten Zeit zu machen, die erst im Nachhinein zur Legende von Sex, Drugs and Rock´n´Roll wurde.

Ein Termin bei den Rolling Stones 1966 sollte ihr Leben verändern. Dank ihres Charmes gelingen Linda McCartney völlig ungezwungene Schnappschüsse von den Rockern. Diese Fotos öffneten ihr die Türen zu bis heute bekannten Stars wie u.a. Jimi Hendrix, Janis Joplin, Jim Morrison oder Bob Dylan - es gab kaum einen Star der Sechziger, der sich nicht von ihr porträtieren ließ. So auch die vier bereits weltberühmten Beatles, auf die sie erstmals 1967 bei der Präsentation ihres „Sergeant-Pepper“-Albums traf, von denen Linda viele unbeschwerte Aufnahmen aus den glücklichen Tagen machte, bis die vier Pilzköpfe 1970 im Streit auseinander brachen.

Besonderes Vermächtnis

Nachdem Paul McCartney und sie 1969 geheiratet hatten, bekam Linda jedoch keine offiziellen Foto-Aufträge mehr, so dass die Bilder aus den „Sixties“ ihr ganz besonderes Vermächtnis an diese Zeit blieben - eben ein „Portrait einer Ära“, wie der Name der Foto-Ausstellung lautet, die nun nach New York, London und Wien auch in Hallenberg präsentiert wird.

„Gespür für den richtigen Moment“

Im April 1998 starb Linda McCartney nach fast 30-jähriger, skandalfreier Ehe im Alter von 57 Jahren an Brustkrebs. Ihr Mann hat zehn Jahre später zusammen mit Tochter Mary, die selber Fotografin ist, ihren Foto-Nachlass sortiert und die besten daraus in einem Bildband und u.a. der nun zu sehenden Ausstellung mit 85 Schwarzweiß und Farb-Aufnahmen veröffentlicht.

„Linda hatte ein Gespür dafür, im richtigen Moment den Auslöser zu drücken“, hat Paul McCartney einmal über seine Frau gesagt, „sie hatte die Gabe, die Menschen zu entspannen, und hat oft nur einen einzigen Schnappschuss gemacht. Ihre Fotos aus den „Sixties“ sind für mich das beste Zeitdokument, das es über diese Ära gibt.“ Im Hallenberger Kump besteht nun bis zum 10. Juli die Gelegenheit, sich davon selbst zu überzeugen.

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