Leseübungen, Zahlenrätsel und Textaufgaben

Bildung ermöglicht Teilhabe: Immer dienstags bietet Sabine Mönig(3. v. r.) in der Caritas-Werkstatt St. Martin ehrenamtlich eine Lerngruppe an. Beim Rechnen, Schreiben und Lesen lernen wird auch viel gelacht, denn mit Freude lernt es sich leichter. Über weitere Möglichkeiten des ehrenamtlichen Engagements informiert Agathe Loch (2. V. r.). FOTO: CVB / WAMERS
Bildung ermöglicht Teilhabe: Immer dienstags bietet Sabine Mönig(3. v. r.) in der Caritas-Werkstatt St. Martin ehrenamtlich eine Lerngruppe an. Beim Rechnen, Schreiben und Lesen lernen wird auch viel gelacht, denn mit Freude lernt es sich leichter. Über weitere Möglichkeiten des ehrenamtlichen Engagements informiert Agathe Loch (2. V. r.). FOTO: CVB / WAMERS
Foto: Caritas
Was wir bereits wissen
Ehrenamtlich bietet Sabine Mönig einmal wöchentlich eine Lerngruppe in der Caritas-Werkstatt St. Martin in Brilon an.

Brilon..  Lesen, Schreiben, Rechnen lernen klingt nicht sonderlich nach Freizeitspaß. „Aber warten Sie ab, bis die Tür aufgeht“, prophezeit Sabine Mönig. Und tatsächlich: Die ehrenamtliche Laien-Lehrerin wird von ihrer Lerngruppe begrüßt, als würde es nichts Schöneres geben, als sich auf Schreibübungen, Zahlenrätsel oder Textaufgaben zu konzentrieren. Die Stimmung muss stimmen, betont Sabine Mönig: „So kommen die Beschäftigten in Blickkontakt mit den Buchstaben.“

Seit drei Jahren trifft sich die 51-jährige Hauswirtschafterin immer dienstags für eine Stunde mit unterschiedlichen Lerngruppen in der St. Martin Werkstatt Hinterm Gallberg des Caritasverbandes Brilon. Langweilig wird es nicht – trotz der trockenen Zahlen: „Wir schauen, dass das Lernen auch Praxisbezug hat.“ So werden beispielsweise Urlaubsscheine in die alphabetische Reihenfolge gebracht, das Porto für Briefmarken berechnet oder der Speiseplan gelesen. Sabine Mönig holt ihre Schüler dort ab, wo sie mit ihrem
Wissensstand stehen.
Deshalb ist die Gruppengröße klein – maximal acht Beschäftigte lassen Dienstagsmorgens ihre Arbeit in der Werkstatt ruhen, um sich einige der wichtigsten Kulturtechniken überhaupt anzueignen: Lesen, Rechnen, Schreiben. „Bildung ermöglicht Teilhabe und Eigenständigkeit“, sagt Agathe Loch, Ehrenamtskoordinatorin der Caritas-Behindertenhilfe. Agathe Loch bringt Menschen zusammen. „Die Einsatzmöglichkeiten für ehrenamtlich Interessierte sind vielfältig: Sport, Kochen, Kultur oder einfach nur Zeit miteinander teilen.“ So wie Sabine Mönig es tut. „Hallo Sabine, schön, dass du wieder da bist“, begrüßt sie die Lerngruppe. Es ist die wertschätzende Haltung, die das Miteinander bestimmt – fernab von Behinderung oder Bildungsstand. „Ohne diese schönen, gemeinsamen Momente würde mir etwas fehlen im Leben“, sagt Sabine Mönig. Dieses Gefühl teilt sie mit 73 ehrenamtlich Engagierten, die sich in den Werkstätten, Wohnhäusern, im Kindergarten oder im Ambulant Betreuten Wohnen mit ihren Talenten und Hobbys einbringen. „Wer will, kann sich uns gerne anschließen“, lädt Ehrenamtskoordinatorin Loch ein. Was angeboten wird und wie oft, ob zu zweit oder in einer Gruppe: „Ehrenamtliches Engagement hat viele Facetten. Wir schauen gemeinsam, was passen könnte“, schließt Agathe Loch.