Leere Batterien und ein verkürzter Schultag
08.01.2009 | 18:07 Uhr 2009-01-08T18:07:00+0100
Altkreis. Brrrr! Die Eiseskälte hat uns weiterhin im Griff. Sie beschert leere Batterien, zugefrorene Türschlösser und - den Gymnasiasten in Winterberg einen verkürzten ersten Schultag nach den Weihnachtsferien.
Als die 730 Schüler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums und ihre Lehrer am Mittwochmorgen wieder zum Unterricht wollten, hätten sie ein Heizkissen gebrauchen können. Ausgerechnet zum Schulstart hatte sich die Heizung verabschiedet. „Die Anlage war ausgefallen. Die Ursache wird noch geprüft. Aber in den naturwissenschaftlichen Räumen waren es zum Beispiel nur 9 Grad. Da musste man die Winterfreiluftkleidung anbehalten”, sagt Schulleiter Rudolf Weber. Nach der fünften Stunde gab er daher unterrichtsfrei. Inzwischen brummt die Anlage wieder. Problem: Die Heizung wird von der RWE in Dortmund ferngewartet. Mit ihr hat die Stadt für 15 Jahre einen Vertrag zum Wärmekauf geschlossen. Für den Ernstfall gibt es ein Serviceunternehmen in Schmallenberg. Aber dort war am Dienstagabend - wie sonst eigentlich üblich - keine Fehlermeldung aufgelaufen. Das Modem hatte gestreikt, heißt es beim Liegenschafts-Amt der Stadt. Als der Hausmeister den Ausfall bemerkte, griff er zum Telefonhörer. Die Anlage wurde neu gestartet, die Klassenräume waren aber schon derart ausgekühlt, dass es erst am nächsten Tag wieder muckelig warm war.
Anders sieht das bei so mancher Autobatterie aus. „Stotter, stotter!”, ist meistens das erste Anzeichen. Oft bleibt das Auto aber auch stumm, obwohl der Zündschlüssel gedreht wurde. „Eine Batterieschwäche kann sich durch ein Stottern ankündigen. Sie kann aber auch von jetzt auf gleich ausfallen”, erklärt Kfz-Elektrikmeister Franz-Josef Herting vom Boschdienst in Brilon. Zwei Jahre Garantie gibt es auf die Batterie. Manche halten acht Jahre, manche sind schon eher leer. Das hänge auch davon ab, ob kurze oder lange Strecken gefahren werden, sagt der Fachmann. Letztlich hilft nur ein Check.
Entgegen der allgemeinen Meinung mag es die Batterie sogar lieber kalt. Für ihre Lebensdauer bedeutet das, dass sie im heißen Sommer mehr verschleißt als im kalten Winter. Jedoch wird ihr bei diesen eisigen Temperaturen u.a. durch die Zähflüssigkeit des kalten Motoröls mehr abverlangt als sonst. Mit einem Prüfgerät lässt sich schnell feststellen, wie stark der Energiegeber noch ist. Wichtig ist auch die Kontrolle von Frostschutz im Kühler und in der Scheibenwaschanlage.
Damit die Sache mit den Wasserleitungen nicht zum „Rohrkrepierer” wird, sollte man auch beim Heizen zu Hause nicht knauserig sein. „Die Heizkörper auf Sternchen stellen, das reicht bei den Temperaturen nicht aus”, sagt der Obermeister der Innung für Sanitär und Heizungstechnik aus Winterberg, Willi Winzenik. Momentan komme es schon mal vor, dass die eine oder andere Wasserleitung zugefroren sei. „Das sind dann aber meistens ältere Häuser, wo die Leitungen in Außenwänden liegen oder schlecht isolierte Gebäude.”
Wenn's dann wirklich mal passiert und das Rohr verstopft ist, sollte man den Fachmann zu Rate ziehen. Der hilft mit einem speziellen Taugerät, das das Rohr sanft über eine Stromspannung erwärmt. „Bloß keine offenen Flammen zum Auftauen benutzen”, warnt der Fachmann.
Aber der kernige Winter hat auch etwas Gutes - zum Beispiel für die Landwirtschaft. „Gerade im Getreidebau sorgt die anhaltende Kälte dafür, dass Schädlinge im Boden abgetötet werden, die sonst in milden Wintern dem Getreide im Frühjahr gleich wieder zusetzen”, erklärt der Geschäftsführer der Landwirtschaftskammer, Dr. Christian Mohr. Dadurch müsse der Landwirt weniger zu Spritzmitteln greifen. Zugleich bringe die Schneedecke mit sich, dass die Getreidepflanzen warm gehalten werden. Nicht so gut wäre es, wenn die Flächen jetzt schneefrei tagsüber abtauen und nachts wieder zufrieren würden. Man spricht dann von Kahlfraß. Dr. Mohr: „Das sorgt für Spannung in den Böden und kann dazu führen, dass die Wurzeln abreißen.”
Und was machen die Tiere im Briloner Kurpark? „Die sind privat untergebracht und kommen je nach Witterung im Frühjahr wieder an die frische Luft”, so Bauamtsleiter Manfred Gerhold. Was sich momentan am Kurparksee tummelt, sind einige Wildenten.
Da fällt mir das tiefsinnige Gespräch zwischen zwei älteren Damen ein, das ich - Tschuldigung - einmal belauscht habe: „Möchtest Du Ente sein? Den ganzen Tag mit dem Bauch im kalten Wasser?” Nein danke!
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