Lebensmittelgeschäft bleibt erhalten

Die Freude ist groß in Madfeld, dass der Lebensmittelladen weitergeführt wird.
Die Freude ist groß in Madfeld, dass der Lebensmittelladen weitergeführt wird.
Foto: WP

Madfeld.  . Raus und rein geht es am Vormittag im Lebensmittelgeschäft Biermann in Madfeld. Strahlende Gesichter, wohin man schaut. Einige Kunden haben kleine Geschenke für die neue Inhaberin Roswitha Stich mitgebracht. Sie sind froh, dass „ihr Laden“ geöffnet bleibt. „Das ist ganz wichtig für uns und die Zukunft des Dorfes“, bringt es Ortsvorsteher Heinz Bickmann auf den Punkt. Denn was wäre Madfeld ohne sein Lebensmittelgeschäft?

Aufatmen auch beim Verein „1000 Jahre Madfeld“, der sich das Wohl des Ortes auf seine Fahne geschrieben hat. Für Vorstandsmitglied Franz Nolte ist es nicht nur ein Laden, wo wichtige Dinge des täglichen Lebens gekauft werden. „Hier haben wir auch einen Treffpunkt für die Bürger. Eine Art Info-Börse. Man tauscht sich aus, erfährt Neues. Das gehört zur Lebensqualität einfach dazu.“ Wie Vereinsvorsitzender Heinz Bickmann ist er stolz auf das Wir-Gefühl im Dorf. So lasse sich auch eine Eigenständigkeit erhalten, „um die uns viele im Stadtgebiet beneiden“. Letztlich könne der Ort nur durch die Eigeninitiative der Bürger in eine gute und sichere Zukunft geführt werden, sind sich beide einig.

Auch Poststelle gesichert

„Das Engagement ist da“, betont der Ortsvorsteher und zählt auf, was alles im Dorf vorhanden ist: zwei Bäckereien, Tankstelle, Bankfilialen, zahlreiche Handwerksbetriebe, eine starke Landwirtschaft, ein Kindergarten etc. Nicht zu vergessen die Poststelle, die im Lebensmittelgeschäft angesiedelt ist. „Für unsere vielen Betriebe und Dienstleister ist sie mindestens so wichtig wie die täglichen Einkäufe“, meint Bickmann. „Als das Geschäft an zwei Tagen mal geschlossen war, ist fast Panik ausgebrochen.“ Doch auch der Verbleib der Poststelle war alles andere als sicher. Bürgermeister Christof Bartsch habe sich sehr dafür sehr eingesetzt, so der Ortsvorsteher.

Rückblick: „Bis 1950 gab es im Dorf noch fünf Lebensmittelgeschäfte“, erinnert sich Alfons Asshauer. Das änderte sich Anfang der 80-er Jahre. Damals öffnete gerade das heutige Geschäft Biermann. Nach der Ladenschließung eines Konkurrenten blieb es allein übrig.

Mitarbeiterinnen helfen

Noch vor wenigen Monaten wusste niemand in Madfeld, ob der Lebensmittelladen geöffnet bleibt. Der Besitzer hatte sich aus gesundheitlichen Gründen Mitte 2014 zurückgezogen. „Brigitte Schmidt, Mona Hibbeln und ich haben den Laden weitergeführt“, berichtet die neue „Chefin“ Roswitha Stich (46). Sie selbst arbeitete zu der Zeit als 450-Euro-Kraft. „An eine Selbstständigkeit habe ich da keinen Gedanken verschwendet.“

Als der Inhaber Anfang Januar verstarb und Überlegungen angestellt wurden, wie es weitergehen soll, tauchte immer öfter ihr Name auf. Roswitha Stich konnte schließlich überzeugt werden, dass sie die richtige Frau für das Geschäft ist. „Ich habe mir dann gesagt, wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Eine Voraussetzung war aber, dass die bewährten Mitarbeiterinnen mitmachen.“ Kein Probleme: Brigitte Schmidt, die seit 38 Jahren in der Lebensmittelbranche und seit 20 Jahren im Geschäft Biermann arbeitet, sowie Mona Hibbeln sind weiter mit dabei. Das Sortiment wurde aufgefrischt, den Bedürfnissen der Kunden angepasst und kann sich durchaus sehen lassen.

„Jetzt müssen aber auch die Einwohner mitmachen und unseren Lebensmitteladen mit ihrem Besuch unterstützen“, mahnt Ortsvorsteher Bickmann. Doch die Sorge scheint unbegründet. In Madfeld wissen die Bürger, was sie an „ihrem Laden“ haben.