Lebensgarten als Ort der Begegnung

In Bigge wird es demnächst einen Lebensgarten geben. Architektin Anne Zander, Pfarrer Richard Steilmann und Hubert Vornholt, Geschäftsführer des Josefsheims, begutachten den Entwurf.
In Bigge wird es demnächst einen Lebensgarten geben. Architektin Anne Zander, Pfarrer Richard Steilmann und Hubert Vornholt, Geschäftsführer des Josefsheims, begutachten den Entwurf.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Im BIgger Josefsheim soll es demnächste einen Lebensgarten als Stätte der Begegnung geben.

Bigge..  Es soll ein Ort der Erinnerung und des Gedenkens werden, aber auch ein Ort der Begegnung und des Gesprächs: Das Josefsheim und die Pfarrgemeinde St. Martin bauen gemeinsam einen Lebensgarten. Menschen, die sich an einen verstorbenen Angehörigen oder Freund erinnern möchten, einen Moment der Ruhe suchen, vielleicht aber auch die Begegnung mit anderen Menschen, werden demnächst hier fündig.

„Die Gesellschaft verändert ihre Kultur der Trauer und des Abschiednehmens. Immer mehr Menschen suchen dazu neue Formen und alternative Orte“, berichtet Sven Bodsch, der im Josefsheim den Arbeitskreis Trauer- und Sterbebegleitung koordiniert.

Von den Menschen mit Behinderung würden zum Beispiel zunehmend Anfragen nach Feuerbestattungen oder Friedwäldern an den Arbeitskreis herangetragen. In diesem Zusammenhang hatten Menschen mit Behinderung auch die Idee, den Lebensgarten zu schaffen – als einen Ort im Pastoralen Raum Bigge-Olsberg, der für alle Menschen offen ist, unabhängig von ihrem Alter, ihrem Glauben oder der Frage, ob sie eine Behinderung haben.

Entstehen wird der Lebensgarten auf dem Gelände des Josefsheims im Innenhof zwischen Kapelle und Josef-Prior-Saal. So wird er öffentlich zugänglich sein, sowohl über das Außengelände als auch innen durch den sogenannten Kreuzgang. Landschaftsarchitektin Anne Zander vom Kölner Architekturbüro Lill und Sparla hat den Lebensgarten so geplant, dass er barrierefrei begangen und mit dem Rollstuhl befahren werden kann.

Rasenflächen wechseln sich mit bepflanzten Flächen mit Büschen und Bäumen ab. Blumenbepflanzungen setzen jahreszeitlich für immer wieder neue Farb- und Duftakzente. In Nischen wird es die Möglichkeit geben, innezuhalten und zur Ruhe oder mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen.

Farbimpulse geben

Stelen mit Plexiglas in den Spektralfarben des Regenbogens begrüßen die Besucher im Eingangsbereich und bringen im Spiel mit dem sich über den Tag verändernden Sonnenlicht weitere Farbimpulse in den Garten. Im Zentrum der kreisförmig verlaufenden Wege wird es einen Quellstein mit Wasserlauf und weitere Sitzmöglichkeiten geben.

Der Lebensgarten ist ein gemeinsames Projekt des Josefsheims und der Pfarrgemeinde St. Martin Bigge. Gebaut wird er im Spätsommer und Herbst dieses Jahres. „Wir freuen uns darauf, hier zukünftig in einem neuen Umfeld auch Gottesdienste feiern zu können“, sagt Pfarrer Richard Steilmann.

Und noch ein Grund zur Freude: Das Erzbistum Paderborn hat für den Bau des Lebensgartens im Rahmen der Förderung innovativer Projekte in den Pastoralen Räumen einen Zuschuss von 50 000 Euro bewilligt. Für die weiteren Kosten möchten die Projektpartner nach den Sommerferien u.a. auch Spendengelder gewinnen.