Landwirte im HSK leiden unter der Trockenheit

Kreislandwirt Stefan Belke (HSK), Ferdinand Falke und Hermann Diermann (Landwirtschaftskammer NRW) Kreislandwirt Johannes Giesguth ( Paderborn) und Johannes Förster (Meerhof) von rechts, laden für den 24. Juni zum Ackerbau-Feldtag ins Sindteld bei Meerhof ein.
Kreislandwirt Stefan Belke (HSK), Ferdinand Falke und Hermann Diermann (Landwirtschaftskammer NRW) Kreislandwirt Johannes Giesguth ( Paderborn) und Johannes Förster (Meerhof) von rechts, laden für den 24. Juni zum Ackerbau-Feldtag ins Sindteld bei Meerhof ein.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
So trocken war es schon lange nicht mehr, so viele Feldmäuse gab es schon seit Jahren nicht mehr und das Getreide setzt schon Gelbrost an.

Meerhof.. Gelbrost, Trockenheit und Feldmäuse, das sind die drei großen Plagen der Landwirte in diesem Frühsommer. Heißersehnt wird ein langanhaltender, ergiebiger Landregen nicht nur von den Kreislandwirten Stefan Belke aus Schmallenberg (Hochsauerlandkreis) und Johannes Giesguth aus Haaren (Kreis Paderborn). „Wenn es an diesem Wochenende endlich regnen würde, so wie vorhergesagt, dann wäre vielleicht doch noch mit einer einigermaßen guten Weizenernte zu rechnen“, sagt Ferdinand Falke, Pflanzenbaubeauftrager der Landwirtschaftskammer NRW.

Ähren wegen der Trockenheit nicht so gut gefüllt

Auf den Landessortenversuchsflächen im fruchtbaren Sintfeld bei Meerhof machen sich die Kreislandwirte ein Bild vom Fruchtstand der dort wachsenden 26 Weizensorten. Die Ähren sind wegen der Trockenheit allerdings nicht so gut gefüllt und befinden sich in der zu frühen Abreife.

Hitze Auch der Raps auf den Versuchsflächen wirft wegen der anhaltenden Trockenheit bereits Schoten ab. Die Folge: weniger Ertrag. Falke: „Es fehlt sehr, sehr viel Regen.“ Von unten wird das Getreide schon braun und trocken. Wegen des milden Winters hat der Gelbrost wieder Hochkonjunktur. Unbehandelte Weizenparzellen sind vollkommen davon befallen. „Die Bauern kommen um gezielten Pflanzenschutz nicht herum“, so Falke. Ansonsten drohe ihnen 30 bis 50 Prozent Ertragsminderung.

1200 Parzellen schachbrettartig versetzt angelegt

Im Rahmen eines Ackerbau-Feldtages mit großem Rahmenprogramm können am Mittwoch, 24. Juni, ab 10 Uhr die Landessortenversuche Getreide und Raps auf den Feldversuchsflächen in Meerhof besichtigt werden. Mit 390 Metern über dem Meeresspiegel sind sie der höchste Standort von dreien der Landwirtschaftskammer in NRW.

1200 Parzellen sind dort schachbrettartig versetzt angelegt, allein 26 Sorten Weizen und 12 frühe Weizensorten, dazu Streifenversuche Mais und Greening, Wintergerste und Winderraps. Besonders die winterharten Sorten beweisen auf dem Höhenstandort Sintfeld ihre Robustheit. Ferdinand Falke erinnert an den harten Winter 2012, der mit seinen Kahlfrösten zwei Drittel der Getreidebestände vernichtete. Seit über 30 Jahren führt die Landwirtschaftskammer NRW im Sintfeld Landessortenversuche durch.

60 Prozent Ertragsausfall erwartet

Falke: „Alle belastbaren Ergebnisse zu Wachstum, Erträgen und Einsatz von Pflanzenschutzmitteln halten wir akribisch statistisch fest, rechnen sie mit den andere Standorten auf und lassen sie in unsere neutralen Sortenempfehlungen an die Landwirte einfließen.“

Landwirtschaft Tiefer gelegene Getreideanbauflächen leiden noch mehr unter der Trockenheit, weiß Kreislandwirt Johannes Giesguth: „Auf Feldern sind die Risse in den trockenen Fahrgassen inzwischen so tief, dass ein Handy dort auf Nimmerwiedersehen verschwindet.“ So habe es im April nur 63 Prozent Regen gegeben. Im Mai nur 31 Prozent. Das Getreide wird notreif. In der nächsten Woche soll schon mit dem Dreschen begonnen werden. Wenn es jetzt regnen würde, wären die Sommerkulturen wie Mais, Rüben, Ackerbohnen, Erbsen und das Sommergetreide noch zu retten, hofft der Pflanzenbaubeauftragte wenigstens noch für die Sorten auf eine gute Ernte.

Bedrohliche Ausmaße

Auch für das höher gelegene Hochsauerland wird die Trockenheit allmählich bedrohlich. Für die Grasernte ist sie es schon. Der erste Grünschnitt ist eingefahren. Aber das Gras wächst nicht nach. So dass bereits der zweite Schnitt nichts wird, geschweige denn ein dritter und vierter. Manche Bauern würden sogar schon ihre Kühe nicht mehr auf die Weiden lassen, weil nur noch die blanke Grasnarbe stehe, so Kreislandwirt Stefan Belke.

Auch die Nachsaat gehe aufgrund der Trockenheit kaputt. „40 bis 50 Prozent des zweiten Nachwuchses sind unüberwindbar weg“, zeichnet der Kreislandwirt ein schwieriges Bild von der Lage. „Das Futter für die Kühe wird knapp, das Stroh ebenfalls“, appelliert er an die Getreidebauern, auf das Häckseln des Strohs zu verzichten und es zum Verkauf anzubieten. Dann kommt nach der Schaden durch Mäusefraß hinzu. Belke rechnet mit 60 Prozent Ertragsausfall.