Kurorte setzen auf leistungsstarke Zentren

In Düsseldorf auf der Zukunftskonferenz stellten die Vertreter der Kurorte ihre Ergebnisse vor.
In Düsseldorf auf der Zukunftskonferenz stellten die Vertreter der Kurorte ihre Ergebnisse vor.
Foto: Marco Kraft
Was wir bereits wissen
16 Monate lang haben die Kurorte Bad Berleburg, Bad Laasphe, Bad Sassendorf, Brilon, Olsberg, Schmallenberg und Winterberg unter Federführung der Wirtschaft- und Touristik GmbH Winterberg getagt mit dem Ziel, sich fit für die Zukunft zu machen. Neue Profile sollten her. Die Ergebnisse wurden bei der Internationalen Zukunftskonferenz in Düsseldorf vorgestellt.

Winterberg/Olsberg/Brilon..  16 Monate lang haben die Kurorte Bad Berleburg, Bad Laasphe, Bad Sassendorf, Brilon, Olsberg, Schmallenberg und Winterberg unter Federführung der Wirtschaft- und Touristik GmbH Winterberg getagt mit dem Ziel, sich fit für die Zukunft zu machen. Neue Profile sollten her. Die Ergebnisse wurden bei der Internationalen Zukunftskonferenz in Düsseldorf vorgestellt.

Gesundheit und Tourismus verzahnt

Nach 90 Zusammentreffen stehen laut einer Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft eine regionale Entwicklungsstrategie sowie sieben individuelle Profile und Schwerpunkte unter dem Strich. Ein aus den Ergebnissen der Gespräche erstellter Leitfaden mit Empfehlungen zur Gestaltung von Kurparks und Häusern des Gastes als moderne Welcome Center, zur Freizeitinfrastruktur und Generationenerlebnis-Anlagen, zu medizinisch-therapeutischen Einrichtungen, Bädern oder Thermen, zur verbindenden Wege-Infrastruktur, Beherbergung sowie zur Konzeption von Produkten und Angeboten soll in Kürze veröffentlicht werden. Der Leitfaden soll dann anderen Kur- und Heilbädern als Orientierungshilfe dienen.

Deutlich wird bei den Ergebnissen: Die Themen Gesundheit und Tourismus sind in allen Orten eng verzahnt. Durch die individuelle Positionierung und Angebotsentwicklung sollen moderne, leistungsstarke Zentren entstehen, die zusammenarbeiten und sich perfekt ergänzen. Dabei haben die Orte nicht nur Touristen im Blick, sondern auch die Einheimischen, deren Lebensqualität durch die Angebote gesteigert werden soll.

Eine besondere Bedeutung bekommt der Prozess vor dem Hintergrund einer älter werdenden Gesellschaft und dem Wandel des Gesundheitssystems zu mehr Prävention und Verantwortung des Einzelnen. Die Kurorte seien aufgefordert, Angebote und Produkte zu entwickeln, die sich an den echten Bedürfnissen der Menschen ausrichten, betonte NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens.

Ein Ziel des Kurorte-Netzwerks ist es, den Austausch mit der Politik voranzutreiben. Das wurde in den Vorträgen und Workshops deutlich. Die Bürgermeister und Touristiker der Orte machen sich so auch für einen Wandel in der Prädikatisierung der Kurorte hin zu zeitgemäßeren Vorgaben stark. Die Richtlinien seien dringend zu überarbeiten, da sind sich die Beteiligten einig. Beispielsweise müssen in jedem kleinen Kurort Häuser des Gastes einschließlich des für den Betrieb erforderlichen Personals vorgehalten werden . Diese werden gerade in kleinen Orten aber nicht mehr angenommen.

Keine Aufweichung der Richtlinien

Stattdessen wünschten sich Gäste moderne Welcome Center als lebendige Treffpunkte an zentralen Orten. Die Überarbeitung der Richtlinien zur Anerkennung der Kurorte sei dringend erforderlich, um zu einer neuen Qualität zu gelangen. Hier sei die Politik gefragt.

Es gehe allerdings nicht um eine Aufweichung der Richtlinien, sondern um eine qualitative Weiterentwicklung, so der Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft der südwestfälischen Kurorte, Michael Beckmann aus Winterberg.