Kunst und Handwerk gelungen kombiniert

Vieles ist geschafft, aber es gibt auch noch einiges zu tun im Kultur- und Malzentrum Oberschledorn.
Vieles ist geschafft, aber es gibt auch noch einiges zu tun im Kultur- und Malzentrum Oberschledorn.
Foto: WP
Das Kultur- und Malzentrum Oberschledorn (KUMA) gibt Gas. Immer mehr entwickelt es sich zu einem Dorfmittelpunkt.

Oberschledorn..  KUMA gibt Gas - der Bau der modernen Bildungsstätte im Herzen von Oberschledorn wird immer mehr zum Dorfmittelpunkt mit Kunst, Kultur, Frühförderung, Ausstellung, Künstlercafé sowie vielen Ideen und Visionen. Jetzt auf der Zielgeraden des Projektes wurde in einer Sitzung des Lenkungskreises der Feinschliff der Ausstellungs- und Konzeptplanung erarbeitet.

Der Geruch von Farbe liegt in beiden Gebäuden des Kunst-, Kultur- und Malzentrums in der Luft. Während seit einem Jahr im Künstleratelier Anfänger und fortgeschrittene Freizeitkünstler in Gruppen von acht bis zwölf Teilnehmern fröhlich den Pinsel schwingen, bekommen im Nachbargebäude unzählige Haus- und Ausstellungswände mit Farbe ein neues Gesicht.

Doch nicht nur Bilder verschiedener Techniken wie Acryl-, Pastell- und Aquarellmalerei sind unter der fachkundigen Anleitung der Dozenten in den letzten Monaten entstanden. Auch Kunstwerke aus Corten-stahl, Holz, Sandstein und Metall sowie Peddigrohr wurden mit individueller Betreuung geschaffen. Zudem wurde das Fotografieren ohne Kamera erlernt. Die Einteilung in Kleingruppen ermöglichte dabei, dass jeder Kursteilnehmer, aufbauend auf seinen persönlichen Fähigkeiten, spezifisch gefördert wurde. Das Fazit aller Dozenten und Kursteilnehmer zu den besuchten Kursen war so durchweg positiv.

Auch das aktuelle Kursangebot spannt wieder einen weiten Bogen und umfasst Malerei, Kalligraphie, Zeichnungen, Reliefarbeiten, Kunstwerke mit Natur- und recycelten Materialien. Das Angebot kann auf der website www.oberschledorn-aktiv.de eingesehen werden.

Kultur & Schule kommt sehr gut an

Sehr erfolgreich ist auch das Projekt Kultur & Schule, ein Förderprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen für kulturelle Bildung, angelaufen. Dabei treffen sich jeden Montagnachmittag zwei Gruppen Fünft- bis Achtklässler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums, die mit Feuereifer und Gestaltungsfreude bei der Sache sind und nebenbei viel über Kunst lernen. So lernen die Kinder zum Beispiel den Unterschied von Kunst und Handwerk. Schließlich soll Kunst keinen Zweck erfüllen, muss niemandem gefallen und ist eine Abbildung der inneren Erlebniswelt des Künstlers, wobei der Schöpfungsprozess eine große Rolle spielt. Das Handwerk hingegen wird zweckgebunden hergestellt und zum Verkauf angeboten. So wird auch ein Bezug zur Künstlerfamilie Bergenthal, die sich laut der Kunsthistorikerin Dr. Heike Plaß selbst nicht als Künstler, sondern als Handwerker verstanden und deren Werke dennoch in der Öffentlichkeit als Kunst anerkannt sind, offensichtlich.

Ihr Werk findet in Kürze ein Zuhause im Nachbargebäude des Künstlerateliers. Dieses Gebäude ist mit viel Leben erfüllt, da dort zahlreiche eifrige Hände unzählige ehrenamtliche Stunden leisten, damit das Gesamtbudget von 780 000 Euro nicht überschritten und das sportliche Ziel des Einweihungstermins am 21. Juni eingehalten wird. „Auch unvorhergesehene Maßnahmen, wie sie bei jedem Bau auftreten, wurden mit Tatendrang und viel Herzblut gemeistert“, führt Dieter Krevet vom Lenkungskreis aus. Die Küche des Künstlercafés erstrahlt schon in edlem Glanz, das Mosaik im Eingangsbereich liegt, die sanitären Anlagen sind installiert und die jüngste Sitzung der Projektinitiatoren konnte schon im neuen Gebäude stattfinden. Aber, es gibt auch weiterhin noch viel zu tun.

Viele Kooperationen möglich

Kein Problem für Andrea Donner von Oberschledorn Aktiv: „Wir alle vom Lenkungskreis brauchten in den letzten Jahren keine Hobbies mehr. Doch wurde durch das KUMA-Projekt auch der Horizont jedes Helfers erweitert und wir haben viele interessante Menschen kennengelernt.“ Mit der Bergenthal-Ausstellung und dem Fundus habe man unzählige Möglichkeiten für Kooperationsprojekte mit Lehrern, Erziehern, Priestern, die zu Begegnungen möglichst vieler verschiedener Menschen aus der Region und darüber hinaus führen sollen.