„Kindern einfach ein gutes Gefühl geben“

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Was wir bereits wissen
Eine Anlaufstelle für Kinder, das sind die Hilfepunkte in Olsberg. Sie sind mit einem entsprechenden Logo ausgestattet und sollen Kindern und Jugendlichen zeigen: Hierhin könnt ihr Euch wenden.

Olsberg.. Das Kind kam ein wenig unsicher herein: „Können Sie mir die Schuhe binden?“ fragte es. Man konnte. Denn der knallrote Rettungsring mit Smiley und Pflaster auf dem Logo signalisiert dem Nachwuchs: „Wir helfen Dir… Komm rein!“ Es sind die kleinen Dramen im Kinderleben, die ernst genommen werden und für die eine Lösung gesucht wird.

Die Erfahrungen mit den Olsberger Hilfepunkten sind durchweg gut, hat die Familienmanagerin der Stadt, Jutta Maas, in Gesprächen mit den beteiligten Geschäften her-ausgehört. „Auch wenn das Anliegen vielleicht manchmal recht klein erschien, war es in dem Moment doch für das betroffene Kind eine unüberwindbare Hürde und wurde sehr ernstgenommen“, betont sie.

Anliegen ernst nehmen

Da mussten Kinder dringend zur Toilette. Einmal hörten Kinder Hilfeschreie und wandten sich an einen Hilfepunkt – zum Glück stellte sich dies als harmlos heraus. Ältere Kinder fühlten sich verfolgt und suchten Schutz in einem Hilfepunkt, bis die Person weg war. Öfter kamen Kinder, deren Handy-Akku leer war oder die ihr Handy gleich ganz verloren hatten, und baten, zu Hause anrufen zu dürfen. Für Jutta Maas ist damit das Ziel der Initiative erreicht: „Ich bin froh, dass keine großen Katastrophen passiert sind. Mit diesem Projekt möchten wir den Kindern einfach ein gutes Gefühl gegeben. Wir möchten ihnen zeigen, dass ihre Anliegen, egal welcher Art, ernst genommen werden.“ Zugleich wolle man den Eltern Sicherheit geben, dass sich ihr Kind nicht irgendwo meldet, sondern dass die Betriebe zertifiziert seien und sich für ihre Mitarbeiter verbürgen in der freiwilligen Selbstverpflichtung.

Alle Geschäftsleute angesprochen

Seit Frühjahr 2013 gibt es die Olsberger Hilfepunkte. Das Projekt der Stadt Olsberg und der Fachwelt Olsberg, zu dem bisher zwölf Betriebe gehören, soll nun ausgeweitet werden. Die Fachwelt unter neuem Vorsitz von Sven Flottmann und Claudia Schettel will ihre 160 Mitgliedsbetriebe per Newsletter zum Mitmachen aufrufen.

Sven Flottmann betont: „Wir möchten dieses tolle Projekt nach dem erfolgreichen Anlauf mit zwölf Teilnehmern über fast zwei Jahre jetzt für alle Interessierten öffnen, die die Anforderungen unserer freiwilligen Selbstverpflichtung erfüllen können und möchten.“ Dabei sind nicht nur die Mitglieder der Fachwelt Olsberg angesprochen: „Alle Olsberger Geschäftsleute und Institutionen, die Partner werden möchten, können sich gerne im Familienbüro melden“, ergänzt die stellvertretende Fachwelt-Vorsitzende Claudia Schettel.

Neu dazu gekommen sind der Friseur Weber in Bigge, Hauptstraße 53, sowie die Fleischerei Funke-Schnorbus in Olsberg, Bahnhofstraße 15. Für Tanja Weber-Hillebrandt ist es keine Frage, dass der Friseursalon Weber in Bigge an der Hauptstraße nun auch bei dem Projekt mitmacht: „Ich finde, das ist eine total gute Sache. Ich habe selbst zwei Kinder – und wenn sie mal in Not kämen, wäre ich auch froh, wenn ihnen geholfen würde.“ Eigentlich solle die Hilfe auch in kleinen Nöten ja selbstverständlich sein, betont sie, doch: „Das Zeichen an der Tür vermittelt den Kindern Sicherheit. Es gibt ja auch schüchterne Kinder, die sich sonst nicht trauen, um Hil-fe zu bitten.“ Mit den kleinen Katastrophen im Alltag von Kindern hatte man im Friseursalon neben der Kirche schon öfter zu tun: „Hin und wieder muss ein Kind auf die Toilette. Einmal war ein Pflaster erforderlich. Und auch Anrufe zu Hause gab es schon“, erzählt Tanja Weber-Hillebrandt. Jetzt zählt der Salon Weber auch hochoffiziell zu den Olsberger Hilfepunkten.