Keine gemeinsame Altkleidersammlung

Altkreis..  Die Bürgermeister des Hochsauerlandkreises haben sich bei der jüngsten Hauptverwaltungsbeamtenkonferenz mehrheitlich gegen Pläne des HSK ausgesprochen, künftig kreisweit Altkleider zu sammeln, um mit den Erlösen daraus die Müllgebühren zu senken.

Wie Ende November in der WP berichtet, hatte der Hochsauerlandkreis den Kommunen im Sommer 2014 ein entsprechendes Konzept zur Beratung vorgelegt, das von einem angenommenen Altkleider-Erlös von rund 624 000 Euro pro Jahr ausgegangen war, der auf die Restmüllgebühren für die Einwohner angerechnet werden sollte. Ein weiteres Ziel dieses Konzeptes war die Eindämmung der illegalen Sammlungen. Das Kolpingwerk hatte aufgrund seiner praktischen Erfahrung in der Altkleiderverwertung der Modellrechnung des Kreises daraufhin widersprochen und dargelegt, dass die Erlöse deutlich geringer ausfallen würden.

Sorgen bei den Verbänden

Viel größer war jedoch die Sorge auf Seiten der gemeinnützigen Verbände wie u.a. Kolping, DRK oder Caritas, dass die HSK-Pläne in Konkurrenz zu den Altkleider-Sammlungen dieser Verbände treten würden, die damit einen Großteil ihrer caritativen und ehrenamtlichen Arbeit finanzieren.

Diese Sorgen nahmen die Bürgermeister der HSK-Kommunen ernst. Aufgrund dieser Stimmung und der unklaren Zahlen-Situation habe Landrat Dr. Karl Schneider in der letzten Hauptverwaltungsbeamtenkonferenz erklärt, dass die Pläne vorerst nicht weiter verfolgt würden, so Hallenbergs Bürgermeister Michael Kronauge auf WP--Anfrage.

Winterbergs Bürgermeister Werner Eickler bekräftigte gestern dazu noch einmal seine Aussagen aus dem vergangenen Herbst, dass seine Stadt seit vielen Jahren gut mit den caritativen Verbänden vor Ort kooperieren und daher nicht in Konkurrenz zu ihnen treten würde. Auch Thomas Grosche, Medebachs erster Bürger, hatte bereits im September in einem Schreiben an den HSK seine Bedenken zu den HSK-Plänen geäußert: „Wir wollen das Ehrenamt unterstützen, anstatt es zu behindern.“

In Kürze findet nun noch ein Gespräch der Wohlfahrtsverbände mit dem Landrat statt, doch HSK-Pressesprecher Martin Reuther bestätigte auf Anfrage der WP ebenfalls, dass die diesbezüglichen HSK-Pläne für eine gemeinsame Sammlung vom Tisch seien.

Erleichtert über diese Tendenz zeigten sich Michael Knebel und Rainer Grosser vom Deutschen Roten Kreuz in Brilon. Regionale Aktionsfelder des DRK sind unter anderem der Blutspendedienst, die Übernahme von Sanitätsaufgaben bei Großveranstaltungen, Erste-Hilfe-Kurse oder auch der Katastrophen- und Zivilschutz. So seien derzeit an den Winterwochenenden Einsatzkräfte an den Skiliften in Neuastenberg und Altastenberg vor Ort, um bei Wintersportunfällen sofort eingreifen zu können.

Die dafür nötige Aus- und Weiterbildung der Mitglieder sowie die erforderliche technische Ausstattung werde auch mit Erträgen aus Altkleidersammlungen finanziert, auf die das DRK daher angewiesen sei und die bei einer Sammlung des HSK vermutlich zurückgegangen wären. Knebel dazu: „Wir freuen uns über den Rückhalt der Bürgermeister und auch der Bevölkerung bei diesem Thema. Das zeigt, dass unsere ehrenamtliche Arbeit geschätzt und anerkannt wird.“

Wettkampf mit privaten Sammlern

Bleiben wird für die wohltätigen Institutionen der Wettkampf um die Altkleiderspenden mit den gewerblichen und wilden Sammlern. Die gewerblichen Sammlungen können nicht verboten werden, solange sie angemeldet sind oder deren Container auf privaten Stellflächen stehen.

Bevölkerung sensibilisieren

Rainer Grosser hat deshalb einen ausdrücklichen Wunsch: „Die Menschen müssen dafür sensibel werden, bewusst auf die Container- oder Beutelaufschriften zu achten und ihre Kleiderspenden an die bekannten gemeinnützigen Sammlungen zu geben“. Dadurch könne jeder Bürger selber entscheiden, ob er ein gutes Werk tun möchte, anstatt privaten Sammlern „einen Porsche oder eine Villa“ zu finanzieren (Bericht folgt).