Kein Geld zum Anlegen

Altkreis..  Der normale Bürger bekommt kaum noch Zinsen für sein Erspartes - wie sieht das eigentlich bei den sechs Kommunen im Altkreis aus? Dort wird, wenn überhaupt, bodenständig gearbeitet. Olsberg und Marsberg verfügen nicht über finanzielle Mittel, die angelegt werden können. „Die Zeiten sind leider schon lange vorbei“, bringt Hallenbergs Bürgermeister Michael Kronauge das Problem auf den Punkt.

Wenn gelegentlich mal Geld auf den Konten ist, dann wird es als Tages- oder Monatsgeld angelegt, da es dann schnell wieder verfügbar ist. Ähnlich wird auch in Winterberg und Medebach verfahren. Auch in Brilon läuft es so: „In der Regel haben wir kein Geld zum Anlegen. Sofern an den Steuerterminen mal etwas Geld auf den Konten ist, werden diese Beträge sicher und ‘gewinnbringend’ (0,01 Prozent Zinsen), entsprechend der gesetzliche Vorschriften, als Tagesgeld angelegt“, erklärt Bürgermeister Christof Bartsch.

Keine RWE-Aktien

Größere Risiken für eine höhere Rendite zum Beispiel durch Fonds werden nicht eingegangen. Bürgermeister Thomas Grosche aus Medebach betont, dass es „bei der aktuellen Finanzsituation der Kommunen leider meist um die Frage von Krediten und deutlich seltener um Geldanlagestrategien“ gehe.

Das Ende der Schweizer Euro-Kopplung hat zwar die Finanzwelt durcheinander gewirbelt, doch die Entwicklung betrifft die sechs Altkreis-Kommunen nicht, da sie keine Kredite oder Geldanlagen in fremder Währung getätigt haben.

Auch die geplante Neuberechnung der Dividende für Aktionäre von RWE hat für Aufregung gesorgt - dies wird alle Altkreis-Kommunen aber nur indirekt treffen, da keiner RWE-Aktien hält.

Winterberg Bürgermeister Werner Eickler erklärt, dass von der Höhe der Dividende der RWE die Ertragslage des Hochsauerlandkreises als Aktionär abhänge, „so dass eine Verringerung der Dividende grundsätzlich einen Anstieg der Kreisumlage zur Folge haben könnte. Dadurch könnte sich dann eine Belastung des städtischen Haushalts durch eine erhöhte Kreisumlage ergeben.“