Kaum noch Platz für Flüchtlinge

Altkreis..  Die Stadt Brilon erhöht die Kapazität ihrer Flüchtlingsunterkünfte: Künftig stehen 184 Plätze zur Verfügung. Aktuell leben 146 Flüchtlinge im Stadtgebiet. Erst gestern wurde die Renovierung eines Gebäudes in der Möhnestraße abgeschlossen - die Stadt hatte das Haus für 22 Flüchtlinge Ende 2014 gekauft. Dort sollen zwei Familien mit insgesamt fünf Kindern einziehen. Demnächst kommt eine Unterkunft in Gudenhagen für 20 Personen dazu. Sie wird zurzeit hergerichtet und soll laut Sozialamtsleiterin Karin Wigge „so schnell wie möglich“ bereitstehen.

Kommunen winken ab

Die Zahl der ankommenden Flüchtlinge steigt rapide: Für NRW wird mit monatlich 6000 zusätzlichen Asylsuchenden gerechnet. Deshalb hat die Bezirksregierung in Arnsberg jetzt eine Eilumfrage auch an die Altkreis-Städte geschickt. Darin werden die Städte zwingend dazu verpflichtet, alle verfügbaren Unterkünfte in ihren Stadtgebieten zu melden, die mindestens 150 Personen fassen, über geeignete sanitäre Anlagen verfügen und wenigstens zwei bis vier Wochen nutzbar sind. Die Frist für diese Meldung lief bereits gestern um 11.30 Uhr ab. Die Kosten für das Betreiben und die Einrichtung dieser Unterkünfte will das Land NRW übernehmen.

Fehlanzeige aus Marsberg

Hallenberg, Medebach und Winterberg haben gestern Fehlanzeigen gemeldet. Dort sind keine solch großen Liegenschaften verfügbar, weil die Städte Immobilien mit solchen Anforderungen nicht besitzen, teilten die Bürgermeister auf Anfrage der WP mit.

Ähnlich ist es in Marsberg: „Auch wir haben Fehlanzeige gemeldet. Bei uns ist die Situation nach dem Brand im Herbst im Asylbewerberheim ohnehin schon prekär“, so Bürgermeister Klaus Hülsenbeck.

Olsbergs Bürgermeister Wolfgang Fischer will die Antwort auf die Abfrage nicht öffentlich machen. Brilons Bürgermeister Dr. Bartsch war gestern telefonisch nicht zu erreichen.

Wie viele Flüchtlinge in Kürze den Städten zugewiesen werden, ist derzeit völlig unklar.