Känguru "Skippy Zwo" in Olsberg gesichtet

"Skippy Eins" hüpfte wochenlang durch das Sauerland. Jetzt ist ist "Skippy Zwo" unterwegs.
"Skippy Eins" hüpfte wochenlang durch das Sauerland. Jetzt ist ist "Skippy Zwo" unterwegs.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Skippy Zwo ist zurück. WP-Leser Helmut Kreutzmann gelingen am Donnerstagmorgen Videoaufnahmen des Kängurus an einem Straßenrand.

Olsberg.. „Skippy Zwo“ ist zurück. Und endlich gibt es auch Bildmaterial, welches eindeutig beweist: Wir haben definitiv ein zweites Sauerland-Känguru!

Helmut Kreutzmann – seines Zeichens Olsberger Stadtbrandmeister und 1. Bevollmächtigter der IG Metall – war am Donnerstagmorgen gegen 6.45 Uhr mit seinem Sohn im Auto unterwegs, als er mitten in seinem Heimatdorf Elpe etwas „Waschbärenartiges“ am Straßenrand entdeckte. „Zumindest vom Fell her sah es im ersten Moment so aus. Wir kamen aus Richtung Siedlinghausen und etwa in Höhe vom Hotel Elpetal entdeckte ich dann das Tier, das vor einer Buchenhecke im Dunkeln fast gar nicht zu erkennen war“, sagt Kreutzmann.

Schnell hatte er das Handy zur Hand und drehte ein etwa 30-sekündiges Video, das er der WP freundlicherweise zur Verfügung stellte. Es zeigt eindeutig ein Känguru, das im Scheinwerferlicht über die Straße hüpft. Auf dem „Hirtenweg“ habe er es dann irgendwann aus den Augen verloren. „Ich wollte es ja auch nicht erschrecken oder aufscheuchen.“

Der frühere Landtagsabgeordnete Hubert Kleff aus Wulmeringhausen hatte „Skippy Zwo“ bereits am 22. Januar zwischen Wulmeringhausen und Brunskappel gesichtet – etwa drei bis vier Kilometer vom jetzigen Aufenthaltsort entfernt in der Nähe einer Wildschweinsuhle. Er hatte aber leider auf die Schnelle kein Foto machen können. Bestimmt ist er froh, dass es nun weitere Skippy-Zeugen gibt. Denn auf der facebook-Seite der WP war schon gefrotzelt worden, ob es denn tatsächlich ein Känguru gewesen sei.

Keine „Ermittlungen“

Bei der Polizei gab es bislang eine einzige Skippy-Sichtung. Die stammt vom 26. Januar gegen 19.40 Uhr, als eine Autofahrerin das Tier im Bereich Ruhrquelle/Grönebacher Holz gesehen hatte. Aber wie so oft: Als die Polizei eintraf, war kein Tier mehr da. Polizei-Sprecher Ludger Rath: „Wir suchen ja auch nicht bewusst nach dem Känguru. Wenn wir eine Meldung bekommen, fahren wir raus, damit es nicht im Straßenverkehr verletzt wird oder für Verkehrsteilnehmer zur Gefahr wird.“ Ebenfalls am 26. Januar hatte ein Zeitungsbote der WP „Skippy Zwo“ in Niedersfeld gesichtet, aber leider auch nicht fotografiert.

Eukalyptus liegt parat

„Skippy Eins“, das im vergangenen Sommer für Schlagzeilen gesorgt hatte, kann es übrigens definitiv nicht sein. Das hat bei einer Familie im Raum Medebach Asyl gefunden und fühlt sich dort känguru-wohl. Dort wird auch kein anderes Tier aus der Skippy-Sippe vermisst.

Dr. Andre Schüle, gebürtiger Briloner und Tierarzt des Berliner Zoos, hatte schon im Januar erklärt, dass ein Känguru selbst im winterlichen Sauerland durchaus überleben könne – sowohl vom Nahrungsangebot als auch vom Schlafplatz. Den sucht sich der nachtaktive Streuner vermutlich in Feldscheunen oder anderen windgeschützten Unterständen.

Im Sommer war „Skippy“ oftmals an mehreren Stellen gesichtet worden, die selbst für ein unternehmungslustiges Känguru weit voneinander entfernt liegen: Mal in Hessen, dann wieder im Raum Olsberg. Vielleicht waren damals ja zwei Kängurus parallel unterwegs. Aber wer will das klären? Wie sagt Polizeisprecher Rath so treffend: „Kängurus haben keine Seriennummer.“

Auf der facebook-Seite der WP wird das Video von „Skippy Zwo“ oft angeklickt. Ein Leser schreibt: „Ich habe die Tür geöffnet und Eukalyptus bereit gelegt“. Schön!

Ein Känguru im Sauerland - das könnte ja noch als kurioser Zufall durchgehen. Dass aber inzwischen ein zweites Beuteltier durchs Dorf hoppelt, ist doch merkwürdig. Woher kommen die Tiere? Und warum vermisst sie niemand?

Keine Schoßtiere

Kängurus sind Wildtiere und keine Schoßhunde oder Stallhasen. Es gibt 14 Arten – darunter so kuriose Spezies wie das Pinselbürstenschwanz- Känguru - die auf einer internationalen Schutzliste stehen.

Wer so ein Tier halten will, müsste es bei der Unteren Landschaftsbehörde, also beim Kreis, anmelden. Dort ist aber kein einziges Känguru für den HSK aktenkundig.

Kleinere Rassen wie das Wallaby – und dazu dürften „Skippy Eins und Zwo“ gehören – fallen aber nicht unter diese Verpflichtung.

Auch beim Veterinäramt des HSK muss so ein Tier nicht gemeldet werden. Deswegen kann man dort auch keine Auskunft darüber geben, wer zwischen Arnsberg und Züschen Kängurus hält oder wo eines abhanden gekommen ist. „Eine solche Meldepflicht gilt nur für Betriebe, die landwirtschaftliche Nutztiere wie Kühe oder Schafe halten“, sagt Kreisveterinär Dr. Thomas Delker.

Exoten

Für sogenannte Exoten - etwa Schlangen oder Schildkröten - brauchen die Besitzer inzwischen eine „CITES“-Bescheinigung. Das steht für „Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora“ und ist das Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen. Aber auch darunter fallen längst nicht alle Känguru-Arten. Dr. Delker: „Die CITES-Bescheinigung besagt ja lediglich, dass der Besitzer das Tier legal erworben hat.“

Und solange sich kein Nachbar darüber beschwert, dass so ein Exot unter Umständen nicht artgerecht gehalten wird, muss auch nichts kontrolliert werden. Würde es Beschwerden geben, müsste das Kreisveterinäramt den Fall prüfen.

Bleibt also die Frage, woher das Tier stammen könnte. „Skippy Zwo“-Besitzer, bitte melden!