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Junge Sturmjäger im Sauerland auf Jagd nach Blitz und Donner

12.08.2012 | 03:19 Uhr
Junge Sturmjäger im Sauerland auf Jagd nach Blitz und Donner
Sturmjäger im Sauerland: Marvin Jacobi (links) aus Brilon und Patrick Bayan aus Marsberg. Fotomontage: Thomas Nitsche/WP

Brilon/Marsberg.   Patrick Bayan aus Marsberg und Marvin Jacobi aus Brilon bilden das Team Sauerland der Stormchaser-Gemeinde in Nordrhein-Westfalen. Die Sturmjäger fangen Naturgewalten im Bild ein. Ihre Chance auf Beute wächst mit den extremen Wetterlagen.

Potzblitz. Die Zeitung hat keine Zeit. Sie kann nicht warten, bis sich die Großwetterlage ändert, bis warme Luftmassen auf kalte treffen und es richtig blitzt und donnert. Besser wäre es, wenn der Reporter mit den beiden jungen Männern geht, sie begleitet auf der Jagd nach dem Sturm und seinen spektakulären Bildern. „Aber“, sagt Patrick Bayan, „in den nächsten zwei, drei Wochen tut sich nichts.“

Der 20-Jährige aus Marsberg bildet mit dem 18-jährigen Marvin Jacobi aus Brilon das Team Sauerland der Stormchaser-Gemeinde in Nordrhein-Westfalen - Storm für Sturm -  und chaser für Jäger. Menschen, die sich bei nahendem Unwetter nicht in den eigenen vier Wänden verkriechen, sondern sich auf den Weg machen, die Naturgewalt in Bild und Ton zu dokumentieren. Keine trockene Geschichte.

Studium der Meteorologie

Für das Duo fängt sie im April im Internet an. „Wir haben uns über das Internet-Portal 'wetterforum.de' kennengelernt, festgestellt, dass wir fast Nachbarn sind und uns zusammengetan“, sagt Jacobi. Der Gymnasiast am Petrinum, 13. Klasse, gilt in der Schule als Wetter-Guru, ist fasziniert von der Naturgewalt, die sich am Himmel sammelt. Und Bayan schreibt sein Interesse am Wetter seinem Vater zu: „Als junger Schüler habe ich zu Hause bestimmt 30 Mal ,Twister’ gesehen.“

Impressionen der Dortmunder Sturmjäger

Es ist der Katastrophenfilm aus dem Jahr 1996, in dem Tornados im US-Bundesstaat Oklahoma wüten. In der Folge ist er sich ziemlich sicher: „Blauer Himmel ist öde.“ Der frisch gebackene Abiturient will mehr wissen, will lernen, das Klima zu lesen: „Im Wintersemester beginne ich mit dem Studium der Meteorologie an der Goethe-Universität in Frankfurt.“ Längst wissen beide heute, dass die Wetterkarte mehr ist als ein Mosaik aus bunten Kärtchen.

Handybilder für das Internet

Im Umkreis von gut 100 Kilometern schwärmen sie bei Sturmwarnung mit dem Wagen aus, um mit dem Handy, für eine kostspielige Ausrüstung fehlt derzeit noch das Geld, außergewöhnliche Bilder einzufangen und ins Netz zu stellen. Ziellos ist ihre Fahrt nicht. Am Laptop verfolgen sie laufend Wetterradar, Wettermodelle und Wettervorhersagen, um, wenn es klappt, im richtigen Moment in das Innere der Gewitterzellen zu gelangen.

Keine Angst? „Naja“, gibt Bayan unumwunden zu, „das eine oder andere Mal wird einem mulmig.“ Er grinst: „Als ich mit dem Auto meiner Oma unterwegs war und ein Hagelsturm losging, war meine Sorge um den Wagen besonders groß. Wir haben unter Bäumen geparkt.“ Und gibt zu: „Auch nicht schlau. Täglich lernen wir dazu.“

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