Boykott und Lachsalven
Jürgen Becker serviert kabarettistische Götterspeise
07.03.2010 | 16:41 Uhr 2010-03-07T16:41:00+0100Brilon. Er sorgte einmal mehr für Lachsalven. Am Freitag war der Kölner Kabarettist Jürgen Becker zu Gast in Brilon.
Ausverkauftes Haus und Lachsalven am laufenden Band Freitagabend im Briloner Kolpinghaus, als der Kölner Kabarettist Jürgen Becker sein neues Programm „Ja, was glauben Sie denn?" präsentierte. Eine Veranstaltung, die im Vorfeld die Wellen hatte höher schlagen lassen, weil dem Comedy-Star der Ruf vorauseilt, nicht gerade zimperlich mit der Kirche und ihrem Personal umzugehen.
Anrufe bei Bürgermeister Franz Schrewe, zahlreiche Boykottaufrufe und sogar der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung, um so den Auftritt des Entertainers zu kippen, seien in den letzten Tagen gang und gäbe gewesen gewesen, wie Peter Schmidt von Kulibri in seiner Begrüßung erwähnte.Nützte alles nichts. Jürgen Becker trat auf und hatte die Lacher auf seiner Seite. Sicherlich spielte bei dem einen oder anderen Besucher ein wenig die Neugier mit, was das Kölsche Urgestein zum derzeit äußerst sensiblen Thema Kirche zu sagen hat. Und so hielt er sich an seine von ihm aufgestellte Theorie, wonach man, wenn man Kirchensteuer zahlt, auch getrost einmal ein wenig über die Stränge schlagen dürfe.Schließlich sei keiner fehlerfrei: „Die Protestanten machen Fehler und die Katholiken haben Fehler!" Was aber kein Wunder sei, wenn sich die Kerngruppe altersmäßig mittlerweile zwischen Loriot und Joopi Heesters ansiedele.
Die Auseinandersetzung mit der Kirche zog sich wie ein roter Faden durch das Programm. Selbst wenn er sich Bundeskanzlerin Angela Merkel vorknöpfte oder einiges vom DFB mit seinem Schiedsrichterskandal zum Besten gab, irgendwie landete Becker immer wieder bei seinem Lieblingsthema.
Während er sich im ersten Teil vorwiegend mit der Abstammung des Menschen vom Affen und der Sicht Goethes auf diese Entwicklung befasste, kramte er nach der Pause kräftig im Archiv Kirche herum.
Das alles mixte er mit Lokalem („Die Kofferbomber aus dem Sauerland") oder Aktuellem wie der Promillefahrt einer Bischöfin. Becker: „Frau Käßmann erwischte eine rote Ampel, beim katholischen Bischof wäre diese wohl auf Befehl von oben noch auf "grün" gesprungen.”
Alles in allem eine runde Sache, die man erlebt haben sollte, zumal auch einige gewisse Denkanstöße für die so genannte Amtskirche dabei waren.
Und noch etwas: Im Gegensatz zu andern Meistern seiner Zunft verzichtete Becker ganz darauf, durch anrüchige Spitzfindigkeiten den Beifall des Publikums zu erhaschen. Das hatte er nicht nötig, er kam auch so an. Abschließend dann auch noch für Brilon und das Kolpinghaus eine Premiere: Gut gelaunt servierte Jürgen Becker seinem Publikum Kölsch, frisch gezapft aus dem „Pittermännchen" (kleine Kölsch-Fässchen) auf der Bühne.
Bestimmt nicht, um gut Wetter zu machen, denn zumindest einigen dürfte er aus der Seele gesprochen haben, wie schon in der Pause zu vernehmen war.
15:18
Endlich hat Kollege Schmidt es begriffen,
wer sein Gegner sind: Die Kirche sicherlich nicht!
Becker mit seinen Tiraden schon eher!
11:29
Ich lege Wert auf die Feststellung,
das es zu keiner Zeit eine gerichtliche einstweilige
Verfügung gegeben hat.
Eine außergerichtliche übrigens auch nicht.
Ich möchte hier auch nicht zu einem Widerstandskämpfer hochstilisiert werden,
noch leben wir in einer Demokratie und befinden uns nicht vor 1945.
11:12
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15:38
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10:29
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09:21
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21:22
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19:53
SUPER!!!
Der Antrag auf einstweilige Verfügung war bestimmt von unserem neuem Probst. =D