Jedes Jahr kommt der Mikrozensus

Der Mikrozensus soll u.a. Auskünfte über die Familienstrukturen erfragen.
Der Mikrozensus soll u.a. Auskünfte über die Familienstrukturen erfragen.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
48 Haushalte im Altkreis Brilon werden diesmal im Rahmen des landesweiten Mikrozensus befragt.

Altkreis..  Zahlen über Zahlen, Daten über Daten. Für alles gibt es eine Statistik. Beispiele gefällig? Kreisweit standen zum Stichtag 3. November 2014 exakt 68 815 Rinder in den HSK-Ställen. 2009 waren es noch 1000 weniger. In der Stadt Olsberg leben 124,6 Einwohner auf einem Quadratkilometer; in Medebach sind es nur 61,5. Die Erholungsfläche im Kreis ist von 866 Hektar im Jahr 1996 auf 1210 Hektar im Jahr 2012 gestiegen. Vor zwei Jahren wurden im HSK 1159 Ehen geschlossen; in 998 Fällen waren nur Deutsche beteiligt, bei 34 Kandidaten wurden internationale Beziehungen gefestigt. 2013 gab es in Brilon 114 Straßenverkehrsunfälle; davon 54 innerorts und 60 außerhalb. Die Zahlen ließen sich beliebig erweitern.

350 Interviewer unterwegs

Ein eifriger Zahlensammler und –auswerter ist die Abteilung Information und Technik (IT), früher auch Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik. Und nach der großen Volkszählung 2011 steht jetzt wieder der Mikrozensus an. Dabei wird jeder hundertste Haushalt befragt. Wie viele Familien mit Kindern gibt es in NRW? Wie ist die Situation alleinerziehender Mütter oder Väter in unserer Gesellschaft? Wie viele Mütter sind berufstätig? Auf diese Fragen will der Mikrozensus Antworten finden. Jedes Jahr werden dafür in NRW 11 403 Bezirke befragt.

350 Interviewer der IT-Abteilung werden in diesem Jahr durch das Land ziehen. 147 Bezirke (mit je sieben Haushalten) werden sie fast über das ganze Jahr verteilt auch im Hochsauerlandkreis „abklappern“. Und wenn wir einmal bei der Statistik sind: 15 Bezirke sind es in Brilon, elf in Marsberg, jeweils neun in Olsberg und Winterberg sowie jeweils zwei in Hallenberg und Medebach.

Die Interviewer kündigen sich vorher an, können sich durch einen Ausweis legitimieren und sind zur strikten Verschwiegenheit verpflichtet. „Die Fragen betreffen im Wesentlichen persönliche Merkmale wie Alter, Familienstand, Staatsangehörigkeit, Schulbesuch, Erwerbstätigkeit, Arbeitssuche und Altersvorsorge. Für den überwiegenden Teil der Fragen besteht eine Auskunftspflicht“, so IT-Pressesprecherin Kirsten Bohne. Bei der Beantwortung der Fragen auf freiwilliger Basis hoffen die Statistiker auf hohe Beteiligung.

Teilnahme ist Pflicht

Das generelle Mitmachen ist übrigens Pflicht und keine freiwillige Angelegenheit. Die Ergebnisse dienen als Basis für politische und wirtschaftliche Entscheidungen. Die Bevölkerungszahl wird dadurch nicht auf den neuesten Stand gebracht; dafür wäre die Erhebung zu unscharf, erklärt Kirsten Bohne. Am schnellsten gehe die Befragung, wenn man sich ein paar Minuten Zeit für den Interviewer nähme, der die Daten gleich ins Laptop eingibt, so die Sprecherin. Es bestehe aber auch die Möglichkeit, einen Fragebogen auszufüllen und per Post an den Landesbetrieb zu schicken.

Ach ja, Hochrechnungen und Prognosen werden anhand solcher Zahlen natürlich auch erstellt. 267 600 Bewohner hat der HSK jetzt. Nur noch 233 300 werden es 2030 sein. Ein Minus von 12,8 Prozent. Der vielzitierte demografische Wandel lässt grüßen. Und: Die stärkste Gruppe im HSK sind die 50 bis 65-Jährigen.

Der Mikrozensus wird seit 1957 jedes Jahr bei einem Prozent aller Haushalte im gesamten Bundesgebiet durchgeführt. Es handelt sich um eine sog. Flächenstichprobe, das heißt, es werden nach einem mathematischen Zufallsverfahren Straßenzüge bzw. Gebäude ausgewählt. Die Haushalte, die in diesen „ausgelosten“ Gebäuden wohnen, werden vier Jahre lang befragt. In jedem Jahr wird zur Entlastung der Befragten ein Viertel der Haushalte durch andere ersetzt.