Jedes Berufskolleg im HSK gewinnt und verliert

Nicht nur bei den Elektrotechnikern gibt es Änderungen; jedes Berufskolleg im HSK gewinnt und verliert.
Nicht nur bei den Elektrotechnikern gibt es Änderungen; jedes Berufskolleg im HSK gewinnt und verliert.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Quer durch die Fraktionen hat der Kreis-Schulausschus am Dienstagabend mit zwölf Ja-, sechs Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen dem Kreistag empfohlen, den Schul-Entwicklungsplan zu verabschieden.

Olsberg..  Die Decke ist hier und da zu kurz. Sie muss so verteilt werden, dass möglichst alle warm darunter liegen können. Sinngemäß so beschreibt Klaus Bourdick die Situation an den Berufskollegs im HSK und die Motive für die Neuaufstellung eines Schulentwicklungsplans. Er ist Geschäftsbereichsleiter für Berufsausbildung bei der IHK in Arnsberg und Mitglied der Steuerungsgruppe, die sich mit den Umstrukturierungen an den fünf Kollegs befasst hat.

Quer durch die Fraktionen hat der Kreis-Schulausschus am Dienstagabend mit zwölf Ja-, sechs Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen dem Kreistag empfohlen, den Entwicklungsplan zu verabschieden. Das würde auch bedeuten, dass es die umstrittenen Änderungen im Bereich Elektrotechnik am Berufskolleg Olsberg geben würde (WP berichtete, siehe Infokasten).

Betroffen sind aber eigentlich alle. Beispiele: Der Bildungsgang für Kfz-Mechaniker läuft am Berufskolleg Meschede aus und wird nur noch in Olsberg und Hüsten angeboten. Die Farbtechniker sollen nur noch alternierend in Olsberg und Hüsten beschult werden. Und die Bankkaufleute stehen quasi unter Beobachtung. Reicht die Schülerzahl für Hüsten und Brilon nicht mehr aus, würden sie künftig nur noch in Brilon beschult werden.

„Was der Ausschuss dem Kreistag empfiehlt, ist ein Kompromiss, bei dem jeder etwas abgeben muss oder etwas dazubekommt. Und vor allem ist es kein statisches Konzept. Sollten sich die Schülerzahlen wieder in andere Richtung entwickeln, könnten z.B. die Elektrotechniker auch wieder durchweg in Olsberg beschult werden“, sagte Ausschussvorsitzender Hans-Walter Schneider. Möglichst viele Schulstandorte möglichst lange zu behalten und eine gute Ausbildung garantieren, sei die Devise.

Dialog mit Firmen suchen

Klaus Bourdick möchte den Dialog mit den Firmen suchen und auch Werbung für ein spannendes Berufsfeld machen: „Die Mechatroniker bleiben ja komplett in Olsberg. Da gibt es sogar Überschneidungen in manchen Ausbildungsinhalten. Vielleicht kann die eine oder andere Firma ja auch einen Mechatroniker ausbilden.“ Denkbar sei es auch, bestimmte Lehrberufe nur alle zwei Jahre anzubieten, um so größere Klassen zu bekommen. Fakt sei aber, so Schneider und Bourdick unisono: Der demografische Wandel und erschreckende Lehrer-Engpässe im gewerblich-technischen Bereich würden zwangsläufig zu solchen Maßnahmen führen.

Um Berufsschultage (und damit die Tage längerer Anfahrten) generell zu reduzieren, soll auch das Modell „Ganztagsberufsschule in der gesunden Schule“ Berücksichtigung finden. Bei den Konditoren-Azubis gibt es das schon. Da werden sogar Shuttle-Busse (von Firmen mitfinanziert) eingesetzt, die die Lehrlinge zum Berufskolleg fahren.