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Jäger wollen wildernden Katzen Einhalt gebieten

14.10.2014 | 08:00 Uhr
Jäger wollen wildernden Katzen Einhalt gebieten
Verwilderte Katzen vermehren sich stark und bedrohen die Artenvielfalt auf Feld und Flur.Foto: Günter Blaszczyk

Altkreis.   Ein Katzenpaar kann innerhalb von sieben Jahren für mehr als 420.000 neue Katzen sorgen. Die Tiere vermehren sich stark und sind ein Problem für die Artenvielfalt in der Natur, da sie nicht nur Mäuse, sondern auch gern Bodenbrüter fangen. Die Jäger wollen sich daher den Abschuss nicht verbieten lassen.

Wildernde Katzen vermehren sich wie die Karnickel - das betrifft den Altkreis Brilon genauso wie ganz Deutschland. Der Vormarsch der Samtpfoten hat Auswirkungen auf die gesamte Tierwelt. Eine Möglichkeit, gegen das Katzenproblem in der Natur anzugehen, ist der Abschuss. Das ist derzeit noch erlaubt, sofern sich die Katze mehr als 200 Meter vom nächsten Haus befindet - der Entwurf für das neue Jagdgesetz sieht allerdings ein grundsätzliches Verbot des Abschusses von Katzen vor. Das stößt auf Kritik bei den Jägern.

„Ich halte von dem geplanten Verbot nichts. Es wäre eine Katastrophe, wenn es so kommt“, sagt Nicole Heitzig. Die Brilonerin ist die stellvertretende Vorsitzende der Kreisjägerschaft Hochsauerland. „Die Bejagung der wildernden Katzen ist Pflicht, sonst sehe ich schwarz.“ Für die Artenvielfalt der heimischen Vögel sähe es dann schlecht aus: „Wenn das Verbot kommt, haben wir bald kein Vogelgezwitscher mehr.“

Ungebremste Vermehrung

Das Problem sei die ungebremste Vermehrung: Katzen bekommen mehrmals Nachwuchs, meist zwei bis drei Mal pro Jahr. Im Durchschnitt überleben drei junge Kätzchen pro Wurf. In der Nähe von Städten streunen oft Hauskatzen umher, aber es gebe auch unheimlich viele Tiere weit ab von jedem Haus und Hof, die über die Felder streifen. „Diese wildernden Katzen werden nicht mehr zahm.“ Für die Jägerin ist klar: „Sie haben auf Feld und Flur nichts verloren, sie müssen raus aus der Natur.“

Denn auf ihren Beutezügen erwischen sie nicht nur Mäuse, sondern auch Vögel oder Libellen. Gerade in Vogelschutzgebieten werden die wildernden Katzen scharf bejagt. „Die Bodenbrüter sind ihnen sonst vollkommen schutzlos ausgeliefert.“

Laut Heitzig habe es schon den Versuch gegeben, die Tiere nicht zu schießen, sondern einzufangen und in Tierheimen abzugeben - doch die Heime stoßen schnell an ihre Grenzen. Da bleibe in manchen Situationen nur der Abschuss: „Ich habe noch nie eine Katze geschossen und ich kenne niemanden, der das gerne macht.“

Lösungsansätze

Nicole Heitzig plädiert für andere Lösungsansätze: Mit einer Kastrations-, Registrierungs- und Chippflicht sowie einer Katzensteuer könne man das Problem ihrer Meinung nach in den Griff bekommen.

Übrigens: Die verwilderten Katzen sind nicht zu verwechseln mit den sehr scheuen Wildkatzen, die unter strengem Artenschutz stehen. „In einer Gegend, in der es Wildkatzen gibt, sollten Hauskatzen grundsätzlich sofort kastriert werden.“

Nur so könne man vermeiden, dass die geschützten Arten sich mit wilden Hauskatzen vermehren und eine ungewollte Verwässerung der Population durch Hybride erfolgt, so die Fachfrau.

Katja Voss

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2014-10-14 08:00
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