„Ist genügend Geld im Automaten?“

Mit gemischten Gefühlen treten viele deutsche Urlauber ihre Ferienreise nach Griechenland an.
Mit gemischten Gefühlen treten viele deutsche Urlauber ihre Ferienreise nach Griechenland an.
Foto: picture alliance / dpa
Was wir bereits wissen
Wer Griechenland als Urlaubsziel gebucht hat, dürfte die Anreise mit gemischten Gefühlen antreten.

Altkreis..  Wer als Urlaubsziel Griechenland gebucht hat, dürfte die Anreise in diesen Tagen mit gemischten Gefühlen antreten. Denn niemand weiß, wie sich die griechische Schuldenkrise auf den Tourismus auswirkt. Gibt es überhaupt noch Geld an den Automaten? Das ist sicherlich eine der meist gestellten Fragen. Wir haben uns in heimischen Reisebüros umgehört, wie die Touristen auf die Krise in Griechenland reagieren und auch welche Konsequenzen Urlauber aus dem jüngsten Anschlag in Tunesien gezogen haben.

Kurzfristige Buchungen

In den vergangenen Tagen habe es immer noch kurzfristige Buchungen für Griechenland gegeben, so Martina Schröder vom Reisebüro Kimmlinger in Brilon. „Die Leute fragen schon, ob es dort neue Entwicklungen gibt. Aber wie wir erfahren haben, können Ausländer mit ihrer heimischen Karte weiterhin unbegrenzt Geld in Griechenland abheben.“ Allerdings sollen einige Geldautomaten wegen des großen Ansturms von Kunden bereits leer sein. „Wir empfehlen, wegen möglicher Engpässe ausreichend Bargeld mitzunehmen“, so Martina Schröder. Mit ähnlichen Fragen sieht sich Silvia Wiegelmann von Flamingo-Reisen in Olsberg konfrontiert. „Die Leute sind extrem verunsichert.“ Auch sie empfiehlt, möglichst viel Bares mitzunehmen - selbst wenn dann ein ungutes Gefühlt mitreist. „Wer weiß, ob die Automaten regelmäßig aufgefüllt werden. Irgendwann ist vielleicht nichts mehr da.“ Fraglich sei zudem, ob Geschäfte und Restaurants deutsche EC-Karten als Zahlungsmittel anerkennen. Selbst für den Grexit haben die großen Reiseveranstalter schon Empfehlungen: „Käme es zu einer Umstellung auf die Drachme, würde die vermutlich deutliche Abwertung der griechischen Währung gegenüber dem Euro die Nebenkosten vor Ort, etwa für Speisen und Getränke, senken“, heißt es bei Thomas Cook.

Auf Inseln keine Krisenstimmung

Umbuchungswünsche hat es im Reisebüro Kimmlinger bislang noch nicht gegeben. Kostenlose Stornierungen oder Umbuchungen gibt es für Griechenland ohnehin nicht, da keine objektive Gefährdung der Sicherheit und/oder der Gesundheit gegeben ist.

„Kunden haben uns erzählt, dass man auf den griechischen Inseln so gut wie nichts von der Krise mitbekommt“, berichtet Martina Schröder. Im Übrigen sei der Griechenland-Urlaub noch günstiger geworden. In der Beliebtheitsskala steht er hinter Spanien und der Türkei an dritter Stelle.

Diese Erfahrung haben alle befragten Reisebüros gemacht - auch in Olsberg. Dort haben sich bereits einige Kunden gemeldet, die umbuchen wollen. „Das ist kurzfristig natürlich schwierig, vor allem wegen des Anschlags in Tunesien.“

Keine großen Schwierigkeiten sieht Jürgen Humberg vom gleichnamigen Reisebüro in Medebach für die Griechenland-Reisenden. „Selbst im Fall eines Grexit wird sich nichts ändern. Sämtliche Leistungen wie Flug, Transfers und Hotelaufenthalt sind bereits gezahlt und vertraglich fest verankert“, zitiert er aus einem aktuellen Schreiben, das Thomas Cook an die Reisebüros geschickt hat. Eine ausreichende Bevorratung mit Bargeld, eine Kreditkarte und Travelers Cheques seien jedoch empfehlenswert. In puncto Sicherheit bestehe kein Anlass zur Besorgnis. Selbst für den Fall, dass es zu Demonstrationen komme, beschränkten sich diese erfahrungsgemäß auf die großen Städte.