Islam-Karikaturen in Umzügen kein Thema

Beim Rosenmontagszug in Madfeld geht es auch in diesem Jahr wieder hoch her.
Beim Rosenmontagszug in Madfeld geht es auch in diesem Jahr wieder hoch her.
Foto: WP

Altkreis..  Menden macht es, die Karnevalshochburg Köln nicht. Wie sieht es bei den Karnevalsumzügen in der heimischen Region aus? Werden hier islamkritische Karikaturen oder Karikaturen, die den Propheten Mohammed zum Motiv haben, eingebaut? Wir haben uns umgehört. Das Ergebnis vorweg: In keinem der Orte werden Wagen mit entsprechenden Karikaturen durch die Straßen fahren.

Hintergrund: Das Festkomitee Kölner Karneval hatte den „Charlie Hebdo“-Wagen abgesagt und dessen Produktion eingestellt. Danach hagelte es von vielen Seiten Kritik. Karneval sei auch immer politisch und satirisch, daher sei die Entscheidung unglücklich und bedauerlich, hieß es vielfach. Gerade Wagen mit kontroversen oder unbequemen Themen machten den Kölner Karneval einzigartig.

Vereinzelt gab es aber auch Zustimmung zur Entscheidung, den Terror von Paris nicht zum Thema im Rosenmontagszug zu machen: „Ich glaube, da gibt es andere Plattformen als den Karneval. Man sollte diesen Irren nicht noch mehr Aufmerksamkeit schenken. Das ist unser Fest“, meinte eine Karnevalistin.

In Erlinghausen gibt es im Karnevalsumzug am Sonntag, 15. Februar, 17 Motivwagen. Doch keiner beschäftigt sich mit dem Thema islamkritische Karikaturen oder Charlie Hebdo. Der Vorsitzender der Erlinghauser Karnevalsgesellschaft (EKG, Ludger Aßhauer: „Falls sich ein Wagenbautrupp mit diesem Thema angemeldet hätte, hätten wir uns erst angesehen, wie das Thema umgesetzt wurde und dann entschieden, wie wir mit damit umgehen.“ Aber grundsätzlich sei man im Erlinghauser Karneval auch kritischen Themen gegenüber aufgeschlossen.

Keine Andersgläubigen veralbern

Carsten Agel, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit im Giershagener Carnevalsverein (GCV), meint zu dem Thema: „Wir haben in unserem Umzug am Dienstag, 17. Februar, auch wieder Motivwagen, die politische Themen aufs Korn nehmen werden, aber keinen zu den Karikaturen. Wir haben uns im Vorstand darauf geeinigt, generell keine kirchlichen Themen in unseren Umzügen zu verulken oder Andersgläubige zu veralbern. Es ist doch viel lustiger, wenn man sich selbst auf die Schippe nimmt, als andere durch den Kakao zu ziehen. Wir wollen keine Andersgläubigen infrage stellen.“

Friedhelm Schlüter, Organisationsleiter des Thülener Rosenmontagszuges: „Von den Wagenbauern hat diesbezüglich niemand angefragt. Ich denke, dass das Thema in diesem Rahmen auch gar nicht so sehr interessiert.“

Auch beim Madfelder Rosenmontagszug spielen die Karikaturen keine Rolle. Hubertus Frese, 1. Vorsitzender der Schützenbruderschaft, unter deren Federführung Madfeld zur Karnevalshochburg geworden ist, meint, dass es wohl interessantere Themen aus heimischer Sicht gibt.

Der Verantwortliche des Medebacher Rosenmontagszuges, Thomas Hoffmeister: „Wir haben viele lokale Themen im Umzug. Zum Thema Charlie Hebdo ist niemand auf uns zugekommen.“

Ähnlich sieht es in Medelon aus. „Bei uns steht auch mehr Lokalkolorit auf dem Programm“, so Rudolf Wasmuth, 1. Vorsitzender vom SV RW Medelon.