Invasion von Feldmäusen

Eine Feldmaus kümmert sich in einem Nest aus Stroh um ihren Nachwuchs. Viele Bauern sind alarmiert. Nach dem milden Winter wimmelt es  auf den Äckern nur so an Mäusen.
Eine Feldmaus kümmert sich in einem Nest aus Stroh um ihren Nachwuchs. Viele Bauern sind alarmiert. Nach dem milden Winter wimmelt es auf den Äckern nur so an Mäusen.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Auf vielen Feldern und Wiesen im Altkreis sieht es so aus, als hätten Mäuse unterirdische Großstädte angelegt.

Altkreis..  Mäuseloch an Mäuseloch, ein gigantisches Gängesystem. Auf vielen Feldern und Wiesen im Altkreis sieht es so aus, als hätten Mäuse unterirdische Großstädte angelegt. „Es sind deutlich mehr Mäuse aktiv“, bestätigt Kreislandwirt Josef Schreiber aus Medebach.

Er hat auch schon eine mögliche Erklärung für die Mäuseinvasion: „Wir hatten zwei relativ milde Winter hintereinander, kaum Frost, dann sterben die Mäuse nicht.“ In einigen Fällen sei der letzte Schnitt auf den Wiesen nicht abgeerntet worden - unter dem alten Gras herrschten ideale Bedingungen für die Tiere.

„Es ist ein gutes Mäusejahr“, sagt auch Biologin Dr. Margret Bunzel-Drüke vom ABU (Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz). Im Frühjahr habe es kaum massive Niederschläge gegeben, die zum Mäusetod durch Ertrinken führen können. „Der Mäusebestand ist relativ hoch, könnte aus unserer Sicht aber ruhig noch höher sein, denn davon profitieren die Mäusebrüter.“ Greifvögel wie der Mäusebussard schwelgen im guten Nahrungsangebot und vermehren sich auch mehr.

Die betroffenen Landwirte haben einen etwas anderen Blick auf ihre zerlöcherten Ackerflächen. Denn die Mäuse haben ganze Arbeit geleistet - und das bedeutet wiederum Mehrarbeit für die Bauern. „Wenn die Flächen so bleiben, fällt die Ernte aus oder der Ertrag ist deutlich geringer.“

Deshalb läuft die Landwirtschaft zurzeit auf Hochbetrieb: „Die Grün- und Weidenflächen werden abgeschleppt, beziehungsweise „gestriegelt“, erklärt Kreislandwirt Josef Schreiber. Dadurch werden die Gänge, die sich die Mäuse und Maulwürfe im Winter gebuddelt haben, praktisch wieder zugezogen. Gleichzeitig kommt Luft in den Boden.

„Warmer Regen ideal“

Wenn die Landwirte dann entsprechend nachsäen, haben sie das Problem wieder schnell im Griff. „Innerhalb von vier Wochen ist alles wieder zugewachsen“, so der Experte. Aus seiner Sicht ideal wäre da jetzt „ein bisschen warmer Regen.“