Innenstädte spüren Druck durch Onlinehandel

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Was wir bereits wissen
Die Zahl der Passanten in den Innenstädten ist rückläufig. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung der IHK.

Brilon/Winterberg..  Die Zahl der Passanten in den Innenstädten ist rückläufig. Das zeigt eine aktuelle Erhebung der IHK, die damit einen bundesweiten Trend bestätigt. An drei Samstagen wurden die Menschen in den Städten der Mittelzentren am Hellweg und im Sauerland eine Stunde lang gezählt. In Brilon waren es demnach in der Bahnhofstraße nur 850 statt vor vier Jahren noch 1000, die in einer Stunde gezählt worden waren. An einem anderen Zählstandort war die Zahlo mit 800 konstant geblieben. In WInterberg am Waltenberg hingegen stieg die Zahl von 900 auf 1500.

Winterberg, Werl und Meschede sind die einzigen Städte, die im Vergleich zur Zählung im Jahr 2010 an einigen Zählstandorten ein Plus verbuchen können. „Durch den starken Online-Handel geraten die Innenstädte spürbar unter Druck“, so IHK-Handelsreferent Stephan Britten. Die Passantenfrequenz sei ein wichtiger Attraktivitäts-Indikator.

Der Handelsfachmann verweist außerdem auf bundesweite Untersuchungen des Institutes für Handelsforschung. Demnach sucht jeder dritte Besucher die Innenstädte seltener auf als früher. Gerade an Standorten mit hoher Kompetenz im Textilbereich würden sich die zunehmenden Anteile am Onlinehandel bemerkbar machen, schreibt die IHK. Britten: „Wer von der Couch aus einkauft, der fehlt in der Innenstadt als Passant. Er löst dann auch keine Koppelungseffekte durch Spontankäufe in anderen Geschäften oder durch Cafébesuche aus.“

Eine solche Erhebung kann allerdings auch nur ein Schlaglicht auf die jeweilige Situation werfen. Nach Rücksprache mit den Wirtschaftsförderern sei schnell klar gewesen, dass das Passanten-Plus in Winterberg darauf zurückzuführen sei, dass die Zahl der Gäste und der Übernachtungen im Untersuchungszeitraum größer als vor vier Jahren gewesen sei, so Britten. „Manchmal schlägt es sich schon in den Zahlen nieder, wenn eine Straße gesperrt ist oder eine Großveranstaltung stattfindet. Das dürfte im Fall Winterberg zutreffen; denn am 6. September war die Street-Bob-WM, die viele Zuschauer anlockte und das Plus von 600 Passanten am Waltenberg erklären könnte. Und vielleicht war in Werl gerade das Pilgerhochamt zu Ende...