In Marsberg hängt die Discokugel schon

Manuela Schlesiger und ihr Sohn Marius stecken voll in den Renovierungsarbeiten ihres neuen Tanzlokals „NightLife“ in der Trift in Marsberg.
Manuela Schlesiger und ihr Sohn Marius stecken voll in den Renovierungsarbeiten ihres neuen Tanzlokals „NightLife“ in der Trift in Marsberg.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Manuela und Reinhold Schlesiger eröffnen die Discothek in der Trift neu: „NightLife“ heißt sie und soll ein Tanzlokal für alle Generationen sein.

Marsberg..  „Die Disco-Kugel glitzert nicht mehr. Tanztempel in Südwestfalen schließen“, titelte die WP am Mittwoch im Mantelteil. In vielen Discotheken wie Schmallenberg, Arnsberg, Winterberg oder Meschede gehen die Lichter aus. Anders in Marsberg. Da gehen in der einzigen, seit Jahren leerstehenden Disco-thek in der Trift bald die Lichter wieder an.

Die Discokugel hängt schon über der Tanzfläche und wartet darauf, dass sie sich im Scheinwerferlicht drehen kann und mit ihr die Tänzer auf dem Tanzboden. Der soll allerdings nicht mehr ganz so groß wie ursprünglich sein, sagt der neue Betreiber. Und eine Disco im herkömmlichen Sinn soll es auch nicht sein, sondern ein „Tanzlokal als Treffpunkt für nette Menschen jeden Alters“.

Nach „Flying Bird“ und „Le Clou“ nun „NightLife“

In den vergangenen rund 40 Jahren drehte sich die Discokugel in der Trift mal mehr und mal weniger erfolgreich über mal mehr und mal weniger lange Zeiträume. Die Pächter wechselten, mit ihnen die Namen wie „Flying Bird“ oder „Le Clou“. Jetzt heißt das neue Tanzlokal „NightLife“. Pächter ist das Ehepaar Manuela und Reinhold Schlesiger aus Thülen.

Reinhold Schlesiger hat vor zwei Wochen erst seine Disco „Embassy“ in Meschede aufgegeben. „Die Auflagen waren einfach zu hoch“, begründet er den Schritt. So hätte die Stadtverwaltung auf einen professionellen Sicherheitsdienst bestanden. Jetzt wollen die Schlesigers in Marsberg die Tanzszene wiederbeleben. Mit privaten Securitys. Das kommt billiger. Ehefrau Manuela hat ein Jahr lang Ela’s Pub in Olsberg betrieben. Aber auch dort lief es irgendwie nicht rund. „Der Pub lag ungünstig und war leicht zu übersehen“, sagt die 44-jährige Mutter von drei Kindern.

Neue Hoffnung in Marsberg

Das ist ihre neue Adresse in Marsberg nicht. Die Disco ist ebenerdig zu erreichen. „Ein weiterer Vorteil“, sagt ihr Mann. So könnten die Raucher schnell mal nach draußen gehen, sieht er in dem Raucherschutzgesetz einen Grund auch für das Discothekensterben. Seine ehemalige Disco in Meschede lag im Kellergeschoss und war mit ihren 150 Quadratmetern zu klein, so Schlesiger.

Die Disco in der Trift ist etwa doppelt so groß. Die neue Theke steht schon, die Lichtanlage auch. Der Fußboden muss noch erneuert werden, dann werden die Sitzecken aufgestellt. „Wir hoffen, dass wir Ende Juli eröffnen können“, blickt das Ehepaar hoffnungsvoll in die Zukunft. Marsberg schien für sie reizvoll, weil es hier seit längerem keine Disco mehr gab und sie quasi konkurrenzlos sind. Es soll auch keine typische Club-Disco nur für Jugendliche oder junge Leute sein, sondern ein Tanzlokal für jede Generation.

Brinkhoff’s an der Theke

So wollen sie sich den demografischen Veränderungen anpassen und auch dem geänderte Freizeitverhalten der Generation Internet. Reinhold Schlesiger: „Wir haben kein W-Lan. Unsere Gäste sollen miteinander feiern und reden – mit ‘echten’ Menschen zu toller Musik.“ Die spielt DJ Cocco aus Warstein. Natürlich quer durch die Geschmacksrichtungen. An der Theke wird Brinkhoff’s serviert.