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Eggeabtrieb

In Lederhose und Dirndl dem Wetter getrotzt

07.10.2012 | 17:29 Uhr
In Lederhose und Dirndl dem Wetter getrotzt
Trotz widriger Witterungsbedingungen zog auch die 18. Auflage des Eggeabtriebs reichlich Zuschauer auf die Briloner Hochfläche.

Rösenbeck. Zum Eggeabtrieb, dem Almabtrieb auf Sauerländer Art, kamen am Samstag jede Menge Zuschauer ins Dorf auf der Briloner Hochfläche. Und das bei einem Wetter, wo man den sprichwörtlichen Hund nicht vor die Tür jagt.

Wohl jeder Zuschauer hätte Verständnis dafür gehabt, wenn die 18. Auflage dieses beliebten Volksfestes abgesagt worden wäre und man sich aufs Feiern „unterm Erntekranz“ in der Schützenhalle beschränkt hätte. So fehlten doch etliche, aber ganz so schlimm war der Einbruch dann doch nicht, wie Theo Mühlenbein, der gemeinsam mit Franz-Heinz Kemper den Zug fachkundig kommentierte, gegen Mittag argwöhnte. Für das Wetter, da können die Veranstalter vom gemischten Chor mit der Resonanz durchaus zufrieden sein.

Dennoch pünktlich um 14 Uhr setzte sich der Zug, angeführt vom Musikverein Rösenbeck, an der Eggehütte in Bewegung. Mit insgesamt 43 größeren und kleineren Gruppen (Vereine, Clubs, Familien) und rund 250 Männern Frauen und Kindern sowie an die 100 Tiere wurde das Spektakel erneut zu einem Erlebnis.

Heimische Lamas

Nicht nur für die Zuschauer, auch für die Teilnehmer, die nicht nur aus Rösenbeck und Umgebung kamen, sondern auch aus der Soester und Warburger Börde und dem benachbarten Hessen. Allesamt recht rustikal gekleidet mit Lederhose, Dirndl und vor allem dem Lodenmantel, schloss man sich dem Leiterwagen mit der Erntekrone an.

Einmal mehr wurde alles aufgeboten, was Haus und Hof an „Viechern“ zu bieten hatte. Angefangen von Pferden und prächtig herausgeputzt Kühen, über jede Menge Federvieh bis hin zu den längst im Hoppecketal heimischen Lamas.

Die uralten Lanz und Hanomags (Trecker Baujahr 1950 und älter) trugen noch das BRI-Kennzeichen, das manch heimatverbundener Politiker wieder aufleben lassen möchte. Die alten Schätzchen zogen alte Landmaschinen, wie Häcksler oder Kartoffelroder. Dabei dürfte dem aufmerksamen Besucher nicht entgangen sein, dass ein paar Maschinen, wie die schon etwas angerostete Bandsäge, wohl erst kürzlich in einer Ecke der Scheune gefunden wurden. Ohnehin habe man auf ein paar Attraktionen wetterbedingt verzichten müssen, bedauerte Chef-Organisator Franz-Heinz Kemper, die bringe man im nächsten Jahr.

In der herbstlich geschmückten Schützenhalle wartete nach dem Umzug unterm Erntekranz reichlich Unterhaltung – zunächst bei Kaffee und Kuchen – auf Aktive, Gäste und Dorfbewohner. Erst präsentierten die Alphornbläser aus Altenbüren und die Dudelsackgruppe „Dragon Pipe Band“ aus Bielefeld gediegene Weisen und dann gab’s Gaudi pur mit DJ Piet.

Joachim Aue


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