„In den Orten besteht eine starke Verbindung zum Heimatdorf“

Marsberg..  Die Zukunftsperspektiven von Marsberg und seinen Ortsteilen haben 22 Studenten der Universität Paderborn in Zusammenarbeit mit der Akademie Junges Land, einer bundeszentralen Bildungseinrichtung der katholischen Landjugendbewegung, in einer Regionalanalyse Marsberg wissenschaftlich erarbeitet (WP berichtete). Die Ergebnisse der Erhebung stellte jetzt Thomas Kemper von der Akademie Junges Land in einer Abschlusspräsentation im Heimatmuseum der Stadt Marsberg in Obermarsberg vor.

Spezifische Voraussetzungen

Die Studenten haben stellvertretend für die 17 Stadtteile von Marsberg die Orte Obermarsberg, Oesdorf und Westheim beispielhaft ausgewählt. Vor dem Hintergrund der allgemeinen demographischen Entwicklung und dem Wandel der ländlichen Räume haben sie die spezifischen Voraussetzungen der Dörfer im Detail untersucht. Im Mittelpunkt einer regionalen Sozialraumanalyse steht die Bevölkerung. „Unabhängig von den Ergebnissen der Erhebungen sollen die Dorfbewohner durch konkrete Befragungen zu Themenkomplexen aktiviert und sensibilisiert werden“, verdeutlichte Thomas Kemper. Das Dorf lebe von seinen Bewohnern und „diese sind dazu aufgefordert, die Zukunft des Dorfes aktiv mitzugestalten.“ Aus wissenschaftlicher Sicht bestätigten sie: „In allen drei untersuchten Orten besteht eine starke lokale Bindung zum Heimatdorf.“

Wirtschaftliches Potenzial

Lokale bzw. regionale Identität setzt sich aus drei Handlungsfeldern zusammen. Neben den von außen auf den ersten Blick erkennbaren markanten und einzigartigen räumlichen Merkmalen, gibt es weitere prägende kulturelle, soziale und ökonomische Eigenarten, die als Bindungsmerkmale definiert werden. Zu den Bindungsfaktoren zählen Vereine, Kirche, Wirtschaft, Tourismus und im Besonderen die Einrichtungen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe.

Die Studenten haben herausgefunden, dass vielfach eine große Differenz in der Wahrnehmung von Bewohnern, Experten und auswärtigen Besuchern besteht.

In drei Themenfeldern wurden u. a. Aspekte zur Bildungsinfrastruktur, zu Einrichtungen der kommunalen Daseinsvorsorge und der Wirtschaft abgefragt. Die Aussagen wurden jeweils in Stärken und Schwächen plakativ zusammengefasst. Während den Studenten in Westheim als Stärke das strukturelle und wirtschaftliche Potenzial ins Auge gefallen ist, haben sie für Obermarsberg die Empfehlung formuliert, die bemerkenswerte und unvergleichliche Historie noch gezielter in Wert zu setzen und zu inszenieren. Oesdorf hat seine Stärken im sozialen Zusammenhalt. Ein Dorf, in dem man gerne wohnt, auch wenn wenige Angebote der täglichen Nahversorgung vor Ort vorhanden sind.