In Australien so spektakulär wie bei uns Kühe

Nein, das ist nicht das Sauerland-Känguru „Skippy“. Das ist unserer freie Mitarbeitern Vivien Balkenohl aus Elleringhausen, die bei einem achtmonatigen Australien-Aufenthalt viele Känguru-Begegnungen in freier Wildbahn hatte
Nein, das ist nicht das Sauerland-Känguru „Skippy“. Das ist unserer freie Mitarbeitern Vivien Balkenohl aus Elleringhausen, die bei einem achtmonatigen Australien-Aufenthalt viele Känguru-Begegnungen in freier Wildbahn hatte
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Es gibt nichts Neues von Skippy. Daher lassen wir eine unserer Mitarbeiterinnen zum Thema Kängurus zu Wort kommen. Sie war unlängst für acht Monate in Down Under.

Brilon/Olsberg.. Um es gleich vorweg zu nehmen: Das Känguru hier auf dem Foto ist nicht Skippy! Von dem Streuner im Sauerland gibt es auch zurzeit nichts Neues. Vielleicht scheut er den Medienrummel und hat sich irgendwo in Olsberg oder Brilon unter einen schattigen Baum gelegt. Wer kann es ihm verdenken?!

Aber das Bild ist auch keine Aufnahme aus einem Zoo oder aus einem Wildpark. Vivien Balkenhol aus Elleringhausen ist Mitarbeitern der Westfalenpost und war bis Mitte Mai für acht Monate in Australien. Wir haben sie um ihre Känguru-Erfahrungen im Land der Beuteltiere gebeten:

Von Fan-Page keine Spur

„Von einer eigenen Känguru Facebook- Fanseite war in Australien keine Rede. Auch Down-Under sind die Kängurus zu allererst für jeden Touristen ein Muss. „Süüüüß“, ist die erste Reaktion. In Städten sind die springenden Tiere eher weniger anzutreffen. Fährt man jedoch ein bisschen weiter ins Land, sind sie an jeder Ecke und besonders liegend im Schatten zu sehen. Nachdem man aber durch das Outback - also Regionen, fernab der Zivilisation - gereist ist, sind die springenden Boxer vielmehr eine Plage. Sie sind verdammt schnell. Nach einem Zusammentreffen von Auto und Känguru geht manche Windschutzscheibe zu Bruch. Zudem sind auf dem Highway entlang der Westküste von Darwin nach Perth viel zu viele tote Tiere - darunter eben auch Kängurus. Oft kann man nur noch anhand der Skelett-Stellung ahnen, um welches Tier es sich handelt. Haben die Mama-Kängurus ihr kleines „Joey“ - so nennen die Australier alle Känguru-Jungen - in ihrem Beutel herumgetragen, ist das auf der einen Seite natürlich wirklich süß. Im Straßenverkehr ist das aber auf der anderen Seite noch ein Stück gefährlicher. Kommt ein Muttertier bei einem Unfall zu Tode, so sollte man das Baby-Känguru auf jeden Fall im Auto zur nächsten Tierschutzstation transportieren.

Gute Boxer

„Am Ende sind Kängurus nicht spektakulärer als Kühe“, habe ich einige Backpacker, also Rucksackwanderer, in Australien sagen hören. Und die gibt's in Down Under wie Sand am Meer.

Man darf es sich mit den Boxern aber übrigens auch nicht verscherzen. Durch den großen Tourismus sind sie sehr zahm und scheuen keinen Menschenkontakt. Besonders wenn sie mit Erdbeeren angelockt werden. Streicheln und füttern ist daher kein Problem. Jedoch Vorsicht! Auch Kängurus haben ihre Privatsphäre und können - klischeehaft - wirklich boxen. Kommt es tatsächlich einmal zum Kampf, haben wir Menschen keine Chance. Also so süß wie sie sind, lieber auch mal in Deckung gehen!“

Wahrscheinlich fühlt sich das Sauerländer Känguru durch das momentane Klima hier pudelwohl. 40 bis 50 Grad schaffen wir aber selbst im Sauerland nicht. Ob „Skippy“ nun von Down Under im Handgepäck eingeflogen wurde - wie ich manchmal schon geärgert werde - oder ob es einmal um die halbe Welt geschwommen ist - es sollte möglichst schnell zu seinem Herrchen zurück.“