Im Ring hört die Freundschaft erstmal auf

Andreas Sidon (r.) trägt sich ins Goldene Buch der Stadt Olsberg ein. Links sein Herausforderer Stefan Leko, in der Bildmitte Bürgermeister Wolfgang Fischer.
Andreas Sidon (r.) trägt sich ins Goldene Buch der Stadt Olsberg ein. Links sein Herausforderer Stefan Leko, in der Bildmitte Bürgermeister Wolfgang Fischer.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Einen Kampf auf Biegen und Brechen prophezeien die beiden Boxer Andreas Sidon und Stefan Leko, die in Olsberg aufeinander treffen. Am Rande der HSK-Sport-Gala trafen sich die beiden.

Olsberg..  Wenn am 30. Mai in der Konzerthalle Andreas Sidon und Stefan Leko um die WBU-Weltmeisterschaft im Schwergewicht boxen, dann könnte das einen Kampf auf Biegen und Brechen geben. Das prophezeiten die beiden Akteure am Rande der HSK-Sport-Gala am vergangenen Samstag.

Eigentlich kann man gar nicht glauben, dass der Abend in eine derart wüste Schlägerei ausarten könnte. Denn wer erlebt hat, wie freundschaftlich die beiden miteinander umgingen, dem dürften doch arge Zweifel kommen, zumal beide schon so manche Sparringsrunde absolviert haben.

Doch beide sehen das als reine sportliche Auseinandersetzung im Ring. Und da hört die Freundschaft eben auf. Da könne auch schon mal Blut fließen, stimmen der 40-jährige Leko ebenso wie der 52-jährige Titelverteidiger Andreas Sidon aus Gießen überein. Und ob die Körpergröße (Sidon 1,97 Meter, Leko 1,87 Meter), die damit verbundene größere Reichweite oder die 10 Kilogramm mehr an Gewicht von Andreas Sidon den Ausschlag geben werden, wird sich erst am 30. Mai zeigen.

Ohnehin sind die beiden Kämpfer hochmotiviert und bereiten sich schon jetzt durch tägliches Training auf den Kampf im Sauerland vor. Dreimal am Tag sei normal, erzählt der in Wuppertal geborene Andreas Sidon der im Kinderheim der Kropff-Federath’schen Stiftung seine Jugendzeit verbrachte. „Der war wirklich nicht schlecht“, erinnert sich Bürgermeister Wolfgang Fischer, der damals mit ihm in der A-Jugend des TSV Bigge-Olsberg Fußball gespielt hat.

So interessierte Sidon schon in einem ersten Gespräch nach seiner Ankunft, was aus dem einem oder anderen Schul- oder Fußballkollegen geworden sei, wie einem heutigen Dachdeckermeister aus Wulmeringhausen. Und es stimmte ihn nachdenklich, dass bereits zwei seiner ehemaligen Mitspieler schon seit einigen Jahren verstorben sind.

Der gebürtige Kroate Stefan Leko, der das Duisburg Gym betreibt, sieht sich hauptsächlich als K1-Kämpfer und ist seit 2012 amtierender Weltmeister im Thai-Boxen. In den Boxring steigt er eigentlich nur sporadisch, wie am 30. Mai in Olsberg gegen Andreas Sidon. Das sei einfach ein Kampf, der ihn reize und er sei zuversichtlich, dass er den Ring als Sieger verlassen werde.

Auch Andreas Sidon begann als Thai-Boxer und wurde erst mit 30 Jahren nach ein paar Dutzend Amateurkämpfen Profi. In 53 Kämpfen siegte er 41 Mal, davon 34 Mal durch K.o. Elf Kämpfe gingen verloren, einer blieb ohne Wertung. Dabei handelt es sich um einen spektakulären Fight gegen den 2,13 m großen ehemaligen WBA-Weltmeister Nikolai Walujew in Prag.

Jetzt heißt es bald „Ring frei“ für den WM-Kampf von Titelverteidiger Andreas Sidon gegen den Herausforderer Stefan Leko in der Olsberger Konzerthalle. Die hat schon viele Größen des Sports gesehen, Veranstaltungen der aller Art erlebt, aber ein Boxabend ist in der fast 50-jährigen Geschichte der Halle eine Premiere.