„Ich bin froh, dass es endlich losgeht“

Die Mitarbeiter des BSC Winterberg freuen sich auf die WM.
Die Mitarbeiter des BSC Winterberg freuen sich auf die WM.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Jens Morgenstern, BSC-Vorsitzender und Gesamtrennleiter bei der WM, freut sich, dass die Großveranstaltung endlich losgeht.

Winterberg..  Sein Platz ist ganz vorn im Startbereich der Bobbahn. Hier sorgt Jens Morgenstern (49) für den korrekten Ablauf der WM-Rennen. Und damit sind wir auch schon beim Eröffnungstag der Bob- und Skeleton-Weltmeisterschaft am heutigen Donnerstag angelangt. In acht Folgen haben wir uns die Bobbahn vom Ziel bis zum Start „hochgearbeitet“ und acht Menschen porträtiert, die u.a. zum Gelingen der WM beitragen.

Der Gesamtrennleiter entscheidet nicht nur über die Startabläufe. Da gibt es noch eine Menge anderer Aufgaben, die Jens Morgenstern vor und während der Weltmeisterschaft zu bewältigen hat oder hatte. Alle aufzuzählen, würde vermutlich den Rahmen sprengen. „Nur im Team mit den Renn- und Startleitern ist das zu schaffen“, meint der 49-Jährige. Als Vorsitzender des WM-Ausrichters BSC Winterberg schlüpft er quasi automatisch in die Rolle des Gesamtrennleiters.

Gute Truppe zur Seite

Die Schlitten selbst schickt Morgenstern nicht ins Rennen, wie man vermuten könnte. Hier haben die Startleiter das letzte Wort. Sie stehen mit dem Zielhaus in direktem Kontakt. Von dort wird ihnen signalisiert, wann der Start erfolgt. Dies geben sie an die Sportler weiter. Springt die Ampel dann auf Grün, stürzen sich die Athleten mit ihren Bobs oder Skeletonschlitten in die Eisrinne.

Schnell reagieren

Schon im Vorfeld der WM hatte es Jens Morgenstern, der früher selbst aktiver Rennrodler war, „mit vielen übergreifenden Aufgaben zu tun“. Bei Startnummern, Listen, im Rennbüro oder Zielbereich, überall muss es passen. Einweisung der Nationen, Startreihenfolge, allgemeine Sicherheitsmaßnahmen, Absperrung des Schlitten- und Startbereiches, Temperaturmessen der Kufen, Sonnensegel nach Bedarf setzen, in ständiger Verbindung mit Ziel, Bahnchef und Kehrkommandos bleiben, dies und noch vieles mehr läuft über ihn selbst oder muss, manchmal blitzschnell, koordiniert werden.

„Da ist es gut, wenn man eine Truppe zur Seite hat, die schon seit Jahrzehnten zusammenarbeitet und genau weiß, was zu machen ist. Da sind Fachleute am Werk“, lobt Morgenstern die vielen Ehrenamtlichen in seinen Reihen.

Sie alle nehmen sich für die WM 14 Tage Urlaub. Das ist selbstverständlich, gehört einfach dazu. Bei dem 49-Jährigen, der in Elkeringhausen lebt und seit zwei Jahren BSC-Vorsitzender ist, war es nahezu der gesamte Jahresurlaub, der dem Kufensport und den WM-Vorbereitungen zum Opfer fiel. „Die Familie trägt es mit. Sie weiß, was das bedeutet“, so Morgenstern, der als Geschäftsstellenleiter beim Kreissportbund Hochsauerlandkreis arbeitet. Der Arbeitgeber zeigt ebenfalls viel Verständnis. So konnte er seine Dienstzeiten auch mal anders legen, wenn wichtige Termine im Vorfeld der WM anstanden.

Wunsch: Eine Medaille für den BSC

Klar, dass man als Gesamtrennleiter auch so einiges erlebt hat. Bestens in Erinnerung ist Jens Morgenstern eine Episode mit dem Viererbob-Weltmeister Maximilian Arndt geblieben. „Der war beim Weltcup vor zwei Jahren derart auf sein Rennen fixiert, dass er gar nicht mehr auf das Startzeichen achtete. Er klatschte sich mit den Jungs ab, zog das Visier runter und ab ging die Post - bei Rot. Wir konnten nicht mehr reagieren und haben uns nur noch verdutzt angeguckt.“ Auch im Ziel war man sprachlos, da so etwas nur ganz selten passiert. Für Arndt bedeutete das übrigens die Disqualifikation.

Bei der WM-Generalprobe kürzlich im Europacup lief alles wie geschmiert. Ein gutes Omen. „Ich bin jetzt auch froh, dass es endlich losgeht“, meint Morgenstern. Und was wünscht sich der Gesamtrennleiter von der WM? „Dass alles gut über die Bühne geht und unsere BSC-Athleten wenigstens eine Medaille gewinnen.“

Na dann Start frei!