Hozier - Geistreicher Ire im Kampf gegen geistliche Irrlehren

Ja, auch die Generation „Musik-Stream“ hat sich selbst Ende des Jahres noch über „echte“, tatsächlich legal vom Weihnachtsmann gekaufte Alben, gefreut. Ganz Old-School im klassischen CD-Format, gab es die neuesten Tracks am heiligen Abend.

„Amen!“ sagen wir Musikfans dazu und stimmen damit auch gleich in die Lyrics von Hozier’s „Take me to Church“ ein. Doch der 24-jährige Singer-Songwriter ist keineswegs geistlich. Mit dieser ersten Singleauskopplung übt er durchaus Kritik an Homophobie und Kirche. Das dazugehörige Video, welches in einigen Ländern noch immer zensiert ist, spricht deutlich die Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Paare an. Mit bisher über 53 Millionen Views wurde die Message wohl gut verbreitet.

Blues im Blut

Und trotz der ernsten Themen liefert der Ire mit seinem selbstbetiteltem Debütalbum in 13 Songs den perfekten Allround-Soundtrack. Leichte Melodien, eingängige und doch tiefgründige Texte gepaart mit einer schnittigen Frisur – Hozier hat das Potenzial zum internationalen Liebling. Blues, Jazz, Gospel, ob mit riesigem Orchester oder einer einzigen Akustikgitarre wie in „Cherry Wine“, dem letzten und außerdem live aufgenommen Song: Der ungewöhnliche Tonfall verleiht ihm jetzt schon den typischen Hozier-Sound.

Nicht zu verachtendes Äußeres

Im Vergleich zu den fast schon poppigen Stücken ist Nummer drei, „Jackie and Wilson“, ein kräftiger Kontrast. „We’ll name our children Jackie and Wilson, raise ‘em on rhythm and blues”, singt er mit rauchiger Stimme und erzählt von einem der vielen legendären Rhythm’n’Blues-Sänger der 50-er und 60-er Jahre.

Ob ihm eines Tages auch andere, neue Talente Hymnen widmen werden? Gut möglich. Mit dem im Blut vorhandenem Blues und dem nicht zu verachtenden Äußeren findet Hozier sicher auch schon bald außerhalb seiner Grünen Insel einige Anhänger.

Schließlich ist er schon in diversen Talk Shows in Amerika aufgetreten und ist für einen MTV Video Music Award nominiert.

Wer also am 24. Dezember die Platte nicht unterm Tannenbaum hatte, sollte das Album auf jeden Fall für den Osterhasen auf den Wunschzettel schreiben.