Hoffnungen ruhen auf Sandro
27.10.2010 | 17:57 Uhr 2010-10-27T17:57:00+0200
Lillehammer/Winterberg.Die deutschen Bob- und Skeletonakteure greifen nun auch ins sportliche Geschehen ein.
Nach dem Karriereende der Silbermedaillengewinnerin von Vancouver, Kerstin Szymkowiak, setzt der heimische Stützpunkt im Weltcup voll auf Sandro Stielicke. Der Skeletoni vom BSC Winterberg hält sich derzeit in Lillehammer auf.
„Der Sandro ist sehr gut drauf“, berichtete gestern Wolfram Schweizer, Vorsitzender der RSG Hochsauerland und Skeleton-Chefmechaniker im deutschen Verband, direkt von der Eisanlage in Norwegen. Nach dem Sieg in einem Testrennen in Altenberg hinterließ der Winterberger auch beim Training in Lillehammer einen guten Eindruck. „Ich denke, dass man im Weltcup an ihm nicht vorbeikommt“, so Schweizer, der inzwischen in die FIBT-Materialkommission berufen wurde. Für eine große Überraschung sorgte beim Testrennen die erst 16-jährige Lena Joch (RSG). Sie kam auf Platz 4, direkt hinter den etablierten Skeletonis. Ihr Startplatz dürfte aber noch im Europacup liegen. Dies gilt auch für Daniel Lingenauber (RSG), der Achter wurde.
Gasznar auf Platz 5
Junioren-Weltmeister Alexander Gasznar (BSC) kam auf Rang 5 und hat seinen Platz im Intercontinentalcup (ICC), der hinter dem Weltcup angesiedelt ist, bereits sicher. Bei einem guten Abschneiden in der Selektion wäre sogar ein Start in der Königsklasse möglich. Davon träumt auch Katharina Heinz. Die RSG-Athletin kam im Test nur auf Rang 8. „Da hat das Material nicht mitgespielt. Wir haben ihr den Schlitten inzwischen völlig umgebaut. Damit geht es Tag für Tag besser. Unterm Strich hat der deutsche Verband eine schlagkräftige Truppe zusammen“, rechnet Schweizer mit einer guten Saison. Allerdings sei die Lücke, die Kerstin Szymkowowiak hinterlassen habe, nur schwer zu schließen.
Der deutsche Verband unter der Leitung von Cheftrainer Jens Müller ist mit zehn Sportlern nach Lillehammer gereist. Dort findet am 29. Oktober das erste Nominierungsrennen für die Weltcup- und ICC-Serien statt. Wer in Lillehammer nicht dabei ist, für den gibt es am 31. Oktober in Altenberg ein Nominierungsrennen für den ICC und Europacup. Die letzte große Selektion für die drei Serien findet dann für alle am 7. November in Altenberg statt.
Danach werden die Starter für die drei Skeleton-Wettkampfserien nominiert
Bei den Bobsportlern gewann Karl Angerer (WSV Königssee) die erste Zweierbob-Selektion im sächsischen Altenberg. Die Winterberger Ron Oetzel und Janis Bäcker belegten hier den 5. Platz. Auf Rang 8, letzter Platz der Selektion, kamen ihre BSC-Clubkollegen Martin Rostig und Pierre Jaques.
Im Viererbob fuhr Manuel Machata (WSV Königssee) die schnellste Zeit. Thomas Florschütz (BRC Riesa) musste wegen anhaltender Rückenprobleme einen Start absagen. Das Comeback des Olympia-Zweiten, der sein Team mit dem ehemaligen Lange-Anschieber Kevin Kuske verstärkte, wird bei der zweiten Selektion in Winterberg am 6./7. November erwartet.
Mit BSC-Anschiebern
Angerer, der von Gregor Bermbach angeschoben wurde, siegte im kleinen Schlitten vor Manuel Machata/Andreas Bredau (Königssee/SC Potsdam) und dem erst 20-jährigen Lokalmatadoren Franceso Friedrich aus Oberbärenburg, der mit dem Winterberger Roman Stoutjesdijk am Start war. Die Vierer-Entscheidung gewann Machata vor Maximilian Arndt (BSR Oberhof) und Karl Angerer, der zwei BSC-Anschieber im Team hat.
In Abwesenheit der Top-Pilotinnen Cathleen Martini (Magen-Darm-Infekt) und Sandra Kiriasis (RSG Hochsauerland), die eine Rückenblockierung plagt, setzte sich bei den Frauen die Oberhoferin Stefanie Szczurek durch. Mit Bremserin Berit Wiacker (RSG) distanzierte sie Anja Schneiderheinze/Christin Senkel (BSC) und Carolin Zenker/Diane Mechsner (Oberbärenburg). „Wir haben zuletzt sehr hart trainiert. Alle waren platt. Dafür war das Niveau beachtlich“, so Cheftrainer Christoph Langen.
Der Weltcup für die Bob- und Skeletonsportler beginnt ab 22. November in Übersee mit den Stationen Whistler, Calgary (Kanada) und Park City und Lake Placid (USA).
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