Heuholen im Mondschein?

Straßensperrung wegen Bahnarbeiten.
Straßensperrung wegen Bahnarbeiten.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Wegen Gleisbauarbeiten kommt es zwischen Nuttlar und Winterberg vereinzelt zu Straßensperrungen.

Winterberg..  Mit Straßenbaumaßnahmen ist das Hochsauerland zurzeit mehr als gesegnet. Nun packt auch die Bahn noch die Schüppen aus. Noch bis zum 30. August werden auf der Strecke von Bestwig nach Winterberg auf einer Länge von über 17 Kilometern Schienen, Untergrund und Schotter erneuert. Apropos: Das Ganze kostet rund 12 Millionen Euro. Einige Landwirte haben aber offenbar Sorgen, dass sie unfreiwillig zu Mondscheinbauern werden könnten, weil ihre Wiesen jenseits der Bahnübergänge zeitweilig nicht erreichbar sind.

„Ich bin von zwei verunsicherten Landwirten angerufen worden, die hinter den Absperrungen Flächen haben und eigentlich Heu machen wollen“, sagte der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Johannes Hellwig aus Siedlinghausen am Dienstag im Winterberger Haupt- und Finanzausschuss.

Auch Urlauber betroffen

Überhaupt wurde dort Unmut laut, dass die Stadt über die zeitweiligen Sperrungen im Detail erst sehr spät informiert worden sei. Denn auch beim dortigen Ordnungsamt laufen offenbar Fragen auf, wann welcher Abschnitt an der Reihe ist. Amtsleiter Andreas Hester: „Ich habe dann die Liste über die zeitlichen Arbeitsabläufe vom Straßenverkehrsamt bekommen und u. a. an den Landal-Ferienpark geschickt. Denn die an- und abreisenden Gäste sind von den Sperrungen ja auch betroffen.“

Laut Bahn sollen die Hauptarbeiten abschnittsweise zwischen Nuttlar und Bahnhof Bigge, Bigge und Bahnhof Siedlinghausen und Siedlinghausen zum Bahnhof Winterberg angegangen werden. Bis Ende August fährt auf der gesamten Strecke ein sogenannter Schienenersatzverkehr, es fahren also Busse. 17 291 Meter Schienen, 22 376 Schwellen und 5400 Tonnen Schotter werden ausgetauscht.

Ein Mitarbeiter der Baufirma erklärte auf Anfrage unserer Zeitung, man habe mit Anwohnern und z.B. dem Steinbruchbetreiber Kontakt aufgenommen und Handzettel verteilt, um auf die Baumaßnahmen und die Sperrungen hinzuweisen. Es gebe aber leider auch Landwirte, die im Baubereich Ländereien gepachtet hätten, aber nicht im Umfeld wohnten. Vielleicht habe man diese nicht erreicht. Auf jeden Fall sei man bemüht, die Arbeiten zügig durchzuziehen. 200 Meter pro Stunde schaffe das Gleisbaugerät, so dass für einen Übergang maximal drei bis vier Stunden einzuplanen seien. Und: Man sei generell sehr kooperativ, um den Anrainern die Zufahrten im Einzelfall schnell zu ermöglichen.

Übergänge auf Feldwegen

Neben den Sperrungen auf den Landes- oder Kreisstraßen sind aber auch 17 Sperrungen auf sogenannten nicht klassifizierten Straßen und Wirtschaftswegen angebracht. „Die Sperr-Schilder stehen da, obwohl die Straßen noch gar nicht an der Reihe sind“, weiß Johannes Hellwig. Und manche Heuwagen könnten gar keine Umwege fahren, weil es wiederum Wege mit Brücken gebe, unter denen der Ladewagen nicht hindurchpasse. Schild beiseite schieben und durchfahren?

Auch unserer Zeitung lagen bislang keine detaillierten Informationen darüber vor, wann welche Streckenabschnitte an der Reihe sind. Die hat uns nun das Straßenverkehrsamt zur Verfügung gestellt. Ob die Arbeiten aber ganz exakt nach diesem Zeitplan verlaufen, weiß vermutlich nicht einmal ein Mondscheinbauer...