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Stutenschau mit Henny und...

Helmut war's: Anni ist schon wieder trächtig

15.07.2008 | 15:16 Uhr

Gevelinghausen/Brilon. Nein, von Helmut, dem Zuchthengst in Gevelinghausen, möchten wir hier nicht wieder erzählen, so fleißig er auch ist. Höchtens zum Schluss noch mal. Gestern zeigte vielmehr Zuchtstute Anni ihren Nachwuchs, das vierwöchige Fohlen Henny.

Und noch viele stolze Mütter mehr präsentierten sich mit ihren „Kleinen”. Stutenschau auf Schloss Gevelinghausen und dem Reiterhof Witthaut.

Stutenschau Nicola Rahmann mit Stute Anni und Fohlen Henriette auf Schloss Gevelinghausen. Foto: Sonja Funke

Auch, wenn die Jury vor allem Gang, Haltung, Bau und „Interieur” - also den hoffentlich ruhigen Charakter der späteren 900-Kilo-Kolosse begutachtet: Ein bisschen Glanz muss sein. Darum haben die Pferdepfleger - in Gevelinghausen sind es drei - schon gestern Hand angelegt an den eigenen vier Stuten.

 „Wir haben den Schweif richtig verlesen, die Pferde gewaschen, die Mähne gekürzt. Der Hufschmied war da und hat geraspelt. Und gleich tragen wir noch Glanzspray auf”, verrät Nicola Rahmann, angehende Lehramts-Referendarin aus Bruchhausen, die schon seit 15 Jahren in Gevelinghausen mithilft. Sie hat Anni vor den Schlosshof geführt und spritzt ihr gerade noch einmal die Hufe ab, die doch ein wenig Stroh abbekommen haben. 

Anni steht stolz da, mit gestriegelter Mähne und kurzem, schön gemasertem Fell. Grazil zieht sie einen Hinterhuf an. „Das ist eigentlich etwas lässig. Um den Stand zu beurteilen, müssen die Tiere auf allen vier Hufen stehen.” Später bei der Schau werden sie unter anderem mit ihren angegurteten Fohlen im Dreieck laufen, damit sie die vierköpfige Jury von allen Seiten sieht. Es geht hier nicht ums Reiten, gerade das mag Nicola Rahmann an den Kaltblütern so. „Ich bin früher auch andere Pferde geritten. Aber die westfälischen Kaltblüter sind etwas Besonderes. Sie sind sehr angenehm von ihrem Temperament her.” Dann kommt sie aber doch zum Sport. Und sie reiten sich ohne Sattel richtig bequem. Es ist toll mit ihnen durch die Landschaft zu ziehen.” 

Wenn Henriette, vielversprechendes Fohlen zweier preisgekrönter Kaltblüter, der Bundessiegerin Anni (7) und des Westfalensiegers Helmut (4) sich gut entwickelt, dann kann sie mit drei Jahren auch eine Zuchtstute werden. Und auch wenn sie nicht ganz perfekt ist, werden sie einige Pferdehalter nicht ablehnen, damit sie Nachwuchs zum Holzrücken oder fürs Kutschengespann gebärt. Das sieht bei Hengsten anders aus. Wer nicht gefällt, der wird kastriert. Glück gehabt, Helmut! 

Stutenschau Nicola Rahmann mit Stute Anni un Fohlen Henriette auf Schloss Gevelinghausen. Foto: Sonja Funke

Und damit sind wir, wie versprochen, doch noch mal bei ihm, der 2007 insgesamt 28 und in diesem Jahr 32 Stuten deckte. Viele wurden ihm in den Stall nach Gevelinghausen gebracht. Züchter fragen Helmuts Dienste, die 140 Euro kosten, gut nach. Auch Anni ist wieder trächtig. Ein drittes Jahr, hofft die Gevelinghäuser Deckstelle von Heinz Kussmann, kann sie ihn noch mal bekommen, dann muss ein anderer Hengst her, denn seine Töchter soll er nicht decken. Gestern musste Helmut zwar im Stall bleiben, aber er hatte einen großen Tag: Seine Besitzerin vom Gut in Warendorf saß in der Jury und hat sich seinen Nachwuchs sehr genau angeschaut. Eins ist klar: So schön und grazil Mutter Anni ist: Henni kommt mit ihrem kupfernem Fell und blonder Mähne klar nach ihm.

Sonja Funke

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