Helfer-Team schrumpft in Hallenberg

Der „Aktion Rumpelkammer" in Hallenberg gehen die Helfer aus: Mit dabei sind zurzeit Franziska Mause, Marina Mause, Lisette Mause Unten: Carla Klattner, Henrike Mause, Luisa Runge
Der „Aktion Rumpelkammer" in Hallenberg gehen die Helfer aus: Mit dabei sind zurzeit Franziska Mause, Marina Mause, Lisette Mause Unten: Carla Klattner, Henrike Mause, Luisa Runge
Foto: Rita Maurer
Wer kennt das nicht: Die Kleiderschränke platzen regelmäßig aus allen Nähten, aber zum Glück gibt es ja schon seit über 45 Jahren die „Aktion Rumpelkammer“. In Hallenberg werden aber die Helferinnen und Helfer knapp.

Hallenberg/Medebach..  Wer kennt das nicht: Die Kleiderschränke platzen regelmäßig aus allen Nähten, aber zum Glück gibt es ja schon seit über 45 Jahren die „Aktion Rumpelkammer“, deren fleißige Helfer zuverlässig vor der Winter- und der Sommersaison erst leere Kleidersäcke in jeden Briefkasten werfen und anschließend die fertig gepackten Säcke mit den ausrangierten Altkleidern und Schuhen an der Haustür abholen. Eine äußerst bequeme Sache. Kaum jemand denkt deshalb darüber nach, wieviel Arbeit in dieser Aktion eigentlich steckt.

Für das Sammelteam aus Hallen-berg ist diese Arbeit nun zuviel geworden. Seit vielen Jahren hat sich die örtliche KLJB-Gruppe (Kath. Landjugendbewegung) um die komplette örtliche Organisation im Vorfeld, die Verteilung der Informationen und leeren Tüten, das Einsammeln der Säcke an allen Häusern mit Treckern und LKW sowie die anschließende Weitergabe an das Kolpingwerk des Bezirksverbandes Hochsauerland/Waldeck und die Verpflegung der Helfer gekümmert.

Franziska, Lisette und Marina Mause sind schon als Zwölfjährige zum ersten Mal mitgefahren und inzwischen seit sieben Jahren dabei, mittlerweile als Verantwortliche für die gesamte Sammelaktion.

Drei Trecker mit Hängern

Im letzten Sommer haben sie ihr Abitur gemacht, durch Studium und Ausbildung wird die Zeit nun jedoch immer knapper. Und das nicht nur bei den dreien: „Vor einigen Jahren waren wir noch mit 15 Freiwilligen bei der Aktion Rumpelkammer dabei. Zusammen mit unseren Vätern und einigen Hallenberger Jungs haben wir immer drei Trecker mit Hängern zusammen bekommen, das reichte aus, um alle Straßenzüge in Hallenberg abzufahren.“

Doch aktuell sind mit Clara Klattner, Luisa Runge und Henrike Mause nur noch insgesamt sechs Helfer vom alten Team übrig, neue Leute waren nicht zu finden. Zu wenig also, um wie seit Jahrzehnten üblich alle Säcke persönlich an den einzelnen Häusern abzuholen. Deshalb gibt es bei der morgigen Aktion Rumpelkammer zum ersten Mal eine neue Verfahrensweise in Hallenberg, so wie sie auch schon länger in vielen kleineren Ortschaften üblich ist: Die Sammeltüten liegen bereits seit Tagen in mehreren Geschäften zur Abholung aus, die vollen Säcke sollen morgen bis 9.30 Uhr an zwei zentralen Sammelstellen abgegeben werden (siehe Infobox).

Entspannte Lage in Medebach

In Medebach dagegen ist die Helferlage noch vergleichsweise entspannt, berichtet Heinz Huneck von der dortigen Kolpingsfamilie. Zu jeder Sammelaktion im Frühjahr und im Herbst finden sich im Schnitt rund 25 tatkräftige Freiwillige zwischen 13 und 50 Jahren ein. Auch die Beschaffung der Fahrzeuge stellte bisher kein Problem dar: Verschiedene Medebacher Firmen stellen kostenlos und unbürokratisch LKW, oft sogar gleich mit Fahrern, zur Verfügung. In den Dörfern rings um Medebach gibt es allerdings auch schon seit Jahren feste Sammelstellen und keine Haussammlungen mehr.

Franziska Mause hofft, dass die Regelung in Hallenberg nur vorübergehend ist und sich ein neuer Verein oder einzelne Helfer finden, die bereit sind, mitzumachen: „Es ist viel Arbeit, aber wir haben immer soviel Spaß dabei und gleichzeitig das gute Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun. Es wäre schade, wenn ein Ort wie Hallenberg die Aktion Rumpelkammer nicht mehr stemmen könnte.“

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