Hauptabsatz-Märkte für Altkleider brechen weg

Altkreis/Fulda..  Vor rund anderthalb Jahren waren die Altkleiderpreise mit nahezu 600 Euro Erlös pro Tonne auf einem Höchststand, so Stephan Kowoll von der Kolping Recycling GmbH in Fulda. Zu dem Zeitpunkt sei das Geschäft mit diesem Rohstoff noch sehr lukrativ gewesen. Somit hätten viele Kreise und Kommunen wie z.B. auch der HSK darüber nachgedacht, in die Sammlung einzusteigen.

Seitdem seien jedoch die drei Haupt-Absatzmärkte drastisch eingebrochen: Osteuropa durch die Rubelabwertung, Afrika durch die Ebola-Epidemie sowie der Nahe Osten durch die dortigen Krisenherde. Durch das gesteigerte Sammelbewusstsein der Bürger käme weiter vermehrt minderwertige Ware an, die zwar auch für Putzlappen und Malervlies verwertet werden könne, aber den Gesamtpreis drücke.

Der aktuelle Erlös für eine Tonne Altkleider liegt laut Stephan Kowoll momentan bei knapp 300 Euro bei Anlieferung durch den Sammler am Sortierwerk in Fulda. Bei Übernahme der Logistik durch die Kolping Recycling GmbH bleiben für ehrenamtlich arbeitende Verbände derzeit rund 220 Euro Erlös pro Tonne, für kommunale im Schnitt etwa 200 Euro, weil hier u.a. noch Lohnkosten anfallen würden.

Ehrenamtler hoch angesehen

Daher wären die Berechnungen des HSK-Konzepts, das im vergangenen Frühjahr noch mit 400 Euro Erlös kalkuliert hatte, nicht aufgegangen, so Kowoll. Der Anteil der Altkleider am Gesamtmüll-Aufkommen sei genau wie der von Altpapier, Schrott oder Sperrmüll relativ gering, so dass sich die Verwertungserlöse hieraus kaum auf die Mischkalkulation der Müllgebühren ausgewirkt hätten.

In ländlichen Strukturen seien zudem die ehrenamtlichen Sammelgruppen sehr hoch angesehen: „Gemäß einer aktuellen Forsa-Umfrage tendieren 95 Prozent aller Bürger dazu, ihre abgelegte Kleidung lieber für gemeinnützige statt für städtische oder gewerbliche Zwecke zu spenden“, berichtete Kowoll.