Habt ihr schon mal einen richtigen Chat-Roman gelesen?

Eigentlich war alles nur ein Missverständnis: Sam wollte Frank schreiben, weil er dringend ein Weihnachtsgeschenk brauchte, aber seine SMS landete nicht bei Frank, sondern bei Alice, die das Missverständnis auch bald aufklärt. Bei einer SMS bleibt es jedoch nicht, sondern es folgen viele SMS, Facebook-Nachrichten und mehr.

In „Häkelenten tanzen nicht“ erzählt das Autoren-Duo Jennifer Wolf und Alexandra Fuchs eine etwas andere Liebesgeschichte, denn das Buch ist ein Chat-Roman.

Abgedruckt sind hier ausschließlich Nachrichten, die Alice, Sam und ihre Freunde auf Facebook-Pinnwänden hinterlassen, SMS und What’sApp-Nachrichten, die sie sich schreiben und auch der ein oder andere handgeschriebene Brief.

Dies ist mitunter verwirrend – gerade wenn man im Lesefluss nicht immer liest, wer die jeweilige SMS schreibt. Aber das hat in diesem Buch einen besonderen Grund: Als Sam und Alice zum ersten Mal die Chance haben, sich sozusagen „live“, also im echten Leben, kennenzulernen, ist Sam plötzlich wieder verschwunden.

Tragischer Unfall

Er schämt sich, denn für ihn sind SMS & Co. die einzige Möglichkeit, um überhaupt mit Alice zu kommunizieren, denn er ist gehörlos und fühlt sich trotz Hörgerät mit dem Sprechen noch immer unwohl.

Hat man noch nie einen Chat-Roman gelesen, ist es nicht ganz einfach, sich an dieses Muster zu gewöhnen: Mitunter fällt es einem durchaus schwer, die Gefühle, die hinter jeder Nachricht stecken, zu erraten.

An die fehlenden Gefühle muss man sich daher erst gewöhnen, auf der anderen Seite ist es aber auch immer wieder spannend zu sehen, wie viele Missverständnisse auf diese Art und Weise auftauchen.

Viele von uns kennen es wahrscheinlich auch, wie unangenehm es ist, so etwas über Facebook regeln zu müssen – und Sam und Alice haben oft keine andere Wahl, wenn sie überhaupt miteinander sprechen wollen.

Sam ist ein sensibler Charakter, dem es nicht immer leicht fällt, damit umzugehen, dass seine neue Freundin anders ist als er. Alice hingegen ist ehrgeizig und laut, manchmal zu impulsiv, immer aber auch ganz hilfsbereit. Unterschiedlicher könnten sie oft nicht sein – gerade das macht den Roman aber so spannend.

Während Sams kleine Schwester Alice direkt ins Herz schließt, sieht ein Mädchen aus Sams Clique das ganz anders. Nora möchte nicht, dass Sam mit jemandem wie Alice auch nur befreundet ist, und tut alles, um sich den beiden in den Weg zu stellen. Seine Schwester Ina kann im Gegensatz zu Sam und ihren Eltern hören und fungiert deshalb immer wieder als Übersetzerin, wenn Sam und Alice gerade kein Handy zur Hand haben.

Und dann ist da noch Alices ehrgeiziger Tanzlehrer, der seine Schülerin auf eine Reise nach London schickt, wo sich Alices Traum von einer Tanzkarriere erfüllen soll. Dieser endet aber mit einem tragischen Unfall und schon bald ist sich weder Sam noch Alice so ganz klar, ob das zwischen ihnen funktionieren kann.