„Haben gezeigt, dass wir Fördermittel nachhaltig einsetzen“

Altkreis/Medebach..  Mit etwas Bauchweh war Heinrich Nolte am Rosenmontag nach Düsseldorf gereist. Als Noch-Geschäftsführer der Leader-Region Hochsauerland hatte er die Bewerbung um eine erneute Förder-Periode abgegeben. Nachdem Hallenberg und Medebach und danach die sechs Altkreisstädte Brilon, Hallenberg, Marsberg, Medebach, Olsberg und Winterberg in der zweiten Periode gefördert wurden, hatte Nolte etwas Bedenken, ob man denn wohl ein drittes Mal in den Genuss der EU-Gelder kommen könnte. Man kommt. Am Donnerstagabend hat das Land bekannt gegeben, dass 2,7 Millionen Euro bewilligt werden (wir berichteten). Die WP sprach gestern mit dem Vorsitzenden des Leader-Vereins, Thomas Grosche, Bürgermeister der Stadt Medebach.

Frage: Hat es Sie überrascht, dass die Region „Hochsauerland“ eine von 28 Zusammenschlüssen ist, die für eine Förderung ausgewählt wurden?

Thomas Grosche: Wir haben das alle erhofft, weil wir von der Qualität der Bewerbung sehr überzeugt waren. Dass wir als Region nach zweimaliger Teilnahme nun zum dritten Mal bedacht werden, das ist schon etwas Besonderes und ein herausragender Erfolg, der uns auch ein Stück weit stolz macht.

Die Gründe für den Zuschlag erfahren Sie ja vom Land nicht. Aber was glauben Sie, warum die Fördermittel erneut in unsere Region fließen?

Ich glaube, dass mehrere Faktoren zur Auswahl geführt haben. In den ersten beiden Perioden haben wir schon gezeigt, dass man sich auf uns als Region verlassen kann, dass wir in der Lage sind, Fördermittel zweckentsprechend und nachhaltig einzusetzen. Wir haben in der Bewerbung aber offenbar auch deutlich gemacht, dass dieser Weg, den wir mit den ersten Förderungen gegangen sind, noch lange nicht zu Ende ist. Wenn man es ernst meint mit Nachhaltigkeit und der Weiterentwicklung von strukturschwachen ländlichen Räumen, dann muss man auch die vielen guten Ideen und Ansätze wert schätzen, die wir noch im Köcher haben. Und ich glaube, dass unser Erfolg besonders an den Menschen liegt, die sich zum Beispiel bei den Workshops eingebracht haben. Die Leader-Idee wird hier gelebt.

Sie meinen also, dass man in Düsseldorf eine Aufbruchstimmung und die Idee der Vernetzung unter den Städten gespürt und honoriert hat?

Ja, die vielen Ehrenamtlichen können sich diesen Erfolg ans Revers heften. So sehr wir natürlich auch in den Rathäusern gefragt waren, aber bei allen Aktionen hatte man das Gefühl, dass wir über die Stadtgrenzen hinaus zu einem guten Miteinander gekommen sind.

Das Thema „Vernetzung“ ist ja auch ein Grundgedanke von Leader…

Genau, es gibt ja ganz bewusst Projekte, die nicht an der Stadtgrenze Halt machen und auf die Region bezogen sind. Insofern freut es uns auch, dass benachbarte Regionen in NRW aber auch in Nordhessen gefördert werden. Unsere aktuelle Bewerbung ist auf die vielen Netzwerke abgestellt, die sich in den ersten Projektphasen gebildet haben. Und es gibt ganz bewusste Absichtserklärungen, dass wir über unsere Region hinaus die speziellen Anforderungen an den ländlichen Raum angehen wollen.

Wie geht das Verfahren jetzt weiter?

Positiv ist, dass wir ja bestehende Strukturen und einen funktionierenden Verein haben. Wir werden uns jetzt im Vorstand kurzfristig zusammensetzen und müssen dann die Position des/der Geschäftsführers/in neu besetzen. Heinrich Nolte, der das zuletzt gemacht und sich wirklich große Verdienste erworben hat, hatte im Vorfeld erklärt, dass er dafür nicht mehr zur Verfügung stehen würde. Sobald das geregelt ist, geht es an die Arbeit. Einzelne Projekte in den Köpfen der Beteiligten haben schon eine gewisse Reife, die es zulassen würde, sie konkret in eine Antragstellung umzusetzen. Aber wir müssen den Weg über die Lokale Aktionsgruppe einhalten. Alle scharren mit den Hufen, es gibt viele tolle Ideen. Es hilft aber nicht, durch Schnellschüsse, einen formalen Fehler zu riskieren. Bei aller Euphorie und bei allem Elan werden wir es so machen wie bisher: So schnell wie möglich, aber so sorgfältig wie nötig. So werden wir das Motto unserer Bewerbung „Mit uns und für uns ein Erfolg – garantiert!“ gemeinsam in die Tat umsetzen.