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H wie Hochzeit
29.03.2010 | 14:37 Uhr 2010-03-29T14:37:00+0200
Ab März nimmt die Zahl der Eheschließungen traditionell wieder zu.
Natürlich heiraten Menschen das ganze Jahr hindurch. Weil sie nicht mehr warten wollen, weil es steuerliche Vorteile bringt, weil sich Nachwuchs ankündigt, sie Herbst- und Winterromantik besonders mögen oder das Wetter ihnen schlicht egal ist. Traditionell aber ist der Frühling — besonders der Mai — die Hochzeitssaison schlechthin. Ein Brautkleid wirkt eben am besten ohne Wintermantel.
„Die Aufgebote nehmen jetzt naturgemäß zu”, sagt Brunhilde Kersting vom Standesamt Brilon, „das ist jedes Jahr so”. Sechs Eheschließungen seien bisher schon für den Mai angemeldet — im Gegensatz zu drei Heiraten im Februar und nur zwei angemeldeten im März.
Für den Wonnemonat erwartet Kersting noch viel mehr Anmeldungen. „Vergangenen Mai waren es 20”, sagt sie und relativiert das Frühjahrs-Hoch sogleich: „Im Dezember 2009 gab es allerdings auch 18 Eheschließungen.”
Steuergründe
Warum es sich im Dezember oft häufe, darüber kann sie nur spekulieren: „Ich vermute, aus Steuergründen. Wer im Dezember heiratet, bekommt für das gesamte fast verstrichene Jahr Steuern zurück. Viele denken sich vielleicht, ,das nehmen wir noch mit, wir wollten nächstes Jahr eh heiraten.'”
Egal, ob vernünftig, weil steuerbewusst, oder romantisch-impulsiv — eins wollen die meisten Bräute: Elegant aussehen. Die Zeiten, in denen es lässig war, in Jeans vor den Standesbeamten zu treten, sind vorbei: „Wenn eine Hochzeit gefeiert wird, dann feiner als noch vor 20 Jahren”, sagt Horst Schwarze von Braut- und Abendmoden Brilon. Von der Braut bis zu den Gästen putzten sich alle gehörig heraus — auch, wenn die Hochzeit „nur” standesamtlich gefeiert würde. „Manche Standesamtbraut heiratet opulenter als in der Kirche”, so Schwarze.
Trend: Champagner
Opulent und feierlich sind also ist in diesem Jahr Trend. Und sonst? „Der Hauptanteil der Kleider ist champagnerfarben, obwohl Weiß auch wieder mehr gefragt ist”, sagt Schwarze. Auch ganz andere Farben wie rot, rosa oder sogar schwarz würden gekauft — „das ist aber eher selten”. Der aktuellen Mode folgt die Wahl des Brautkleids eher nicht: „Als lila aktuell war, haben wir kein einziges lila Kleid verkauft.”
Hat sich die Braut nun für ein weißes, rotes oder champagnerfarbenes Kleid entschieden, müssen noch die passenden Accessoires her: „Früher war ein Schleier normal, heute ist das relativ selten”, so Schwarze.
Perlen und Kronen
Stattdessen schmücken die Bräute ihr Haar mit Flechtperlen oder setzen sich gar die Krone auf.
Etwas anderes darf nach Meinung Schwarzes auf keinen Fall fehlen: Handschuhe. Denn obwohl es außer Puffärmeln so ziemlich jeden Schnitt gibt, ist das Gros der Brautkleider schulterfrei. Lange Handschuhe wärmen da nicht nur an kühleren Maitagen die Arme, sondern sehen auch schick aus.
Und dann benötigt die Braut noch ein Accessoire in Blau — gemäß dem zeitlosen Glücksbringer-Brauch, etwas Altes, etwas Neues, etwas Geliehenes und etwas Blaues zur Hochzeit zu tragen.
Blaues Band
Meistens ist das ein Strumpfband. „Manche Kleider”, verrät Schwarze, „haben sogar von innen kleine blaue Bändchen eingenäht, die man zuweilen kaum finden kann.” Für eine glückliche Ehe — egal, ob der Startschuss dazu im Mai oder im Dezember gefallen ist.
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