Gutes Ergebnis kegelt Rudolph raus
11.05.2010 | 08:00 Uhr 2010-05-11T08:00:00+0200
Altkreis. Die Wahl ist gelaufen. Während das konservative Lager noch seine Wunden leckt, sind die anderen schon unterwegs in die Machtzentralen, um „ihre” Zukunft zu sondieren. Andere wiederum, deren Parteien zwar zu den Gewinnern gehören, sind trotzdem die Gelackmeierten.
Darunter auch der heimische rote Matador und bisherige SPD-MdL, Dr. Karsten Rudolph.
Während bei den Hochrechnungen am Wahlabend aus den einzelnen „SPD-Baracken” im Land Jubelstürme nach draußen schallten, wurde es um die Listenplatzinhaber immer ruhiger. Karsten Rudolph, der auf Platz 22 der Landesliste nominiert war, merkte schnell, dass seine Freude über den SPD-Sieg einer gewisse Ambivalenz unterworfen war.
Felle schwammen davon
Als die Genossen der CDU im Rheinland, im Märkischen Kreis, im Lippischen und in Ostwestfalen einen Wahlkreis nach dem anderen wegschnappten und die Grünen so viele Stimmen einsammelten wie noch nie, sah der Professor seine Felle schwimmen. Zum Schluss blieben für die SPD ganze sechs Listenplätze übrig — und Karsten Rudolph war draußen.
„Seit 1980 hat die Liste immer ihre Tücken gehabt”, sagte der Geschichtswissenschaftler der Uni Bochum zu unserer Redaktion am Telefon. Einerseits habe er sich über das gute Ergebnis seiner Partei gefreut. Andererseits habe man bereits im November die Listenplätze festgelegt. Da habe man den „Schub nach vorn für die SPD noch gar nicht absehen können”.
Direktmandat war unrealistisch
Rudolph aber freut sich trotzdem, „auch ganz persönlich”. Schließlich habe ich 4,6 Prozent zugelegt.” Völlig klar war ihm, dass er in einem politisch konservativen Umfeld wie dem Hochsauerlandkreis seinem Kontrahenten von der CDU, Hubert Kleff, das Direktmandat nicht abringen konnte.
„Vor Ort bleibe ich Vorsitzender des Unterbezirks”, sagte Rudolph, „heute treffen wir uns im Landesvorstand, um abzuchecken, was wird.”
„Und, Herr Rudolph, wenn nicht das Abgeordnetenmandat, was denn? Vielleicht doch das Amt eines Staatssekretärs?”, wollte die WP-Redaktion wissen. Da wollte sich Karsten Rudolph aber nicht festlegen und verweigerte — lachend — die Aussage! Noch!
Freude bei Kleemann
Detlev Kleemann (58) aus Marsberg, dort seit 26 Jahren Grüner Ratsherr, ist bei der Landtagswahl auch für die Grünen ins Rennen gegangen. Am WP-Telefon resümierte er, dass er sich für die Grünen freue, die so viele Stimmen geholt haben.
Auch seine persönlichen Erfolge könnten sich sehen lassen. „Um einen Listenplatz jedoch habe ich mich erst gar nicht bemüht. Ich bin freier Unternehmensberater und somit muss ich nicht unbedingt im Landtag sitzen. Seitens der Partei hat man mir auch keinen Listenplatz angeboten; gegen die Rheinschiene hat man dabei sowieso keine Chance”, fasste Kleemann zusammen.
Bemerkenswert aber das Rating, mit der z.B. auf dem WDR-Internetportal Abgeordnete bewertet wurden. Vor allem Schnelligkeit, mit der man Fragen beantwortet, seien dabei ausschlaggebend gewesen. „Der Wahlkampf ist aber stressig genug, und beruflich hat man auch noch einiges zu tun. Da kann man nicht immer sofort reagieren. Ich muss mich deswegen aber nicht öffentlich runtermachen lassen”, sagte Kleemann. Außerdem nehme das Lobbyistentum bedrohliche Ausmaße an.
Viel Lobbyismus
Noch bei keiner Wahl sei der Einfluss auf potentielle Abgeordnete seitens der Lobby so groß gewesen wie diesmal. „Noch nie habe ich dahingehend soviel Post bekommen, so viele Telefonate, so viele Mails!”
Hallenbergs Bürgermeister Michael Kronauge ist wegen des schlechten CDU-Ergebnisses seiner Stadt „schlichtweg sprachlos”. „An Hubert Kleff und seiner Arbeit kann es nicht gelegen haben”, sagte er am Telefon zur WP. Kleff sei immer in Hallenberg gewesen, nicht nur in Wahkampfzeiten.
Es gebe nichts, was man ihm vorwerfen könne. Die CDU habe zwar überall Stimmen verloren, nur eben in Hallenberg am meisten. „Ich glaube, da kommt viel zusammen. Da ist Griechenland zu nennen und auch die Spendenpraxis des ehemaligen NRW-CDU-Generalsekretärs Wüst sowie die schlechte Wahlbeteiligung”, analysierte Kronauge.
19:50
Das hat nichts mit dem Blut und Boden-Prinzip zu tun, sondern damit, dass dieser Mann den HSK einfach nicht kennt und ihn deshalb auch nicht gut vertreten kann.
An den fachlichen Kompetenzen zweifelt hier glaub ich niemand, aber wenn man Land und Leute nicht kennt, sieht man auch nicht die Probleme.
Das Ruhrgebiet ist ein ganz anderes Pflaster als der HSK oder etwa nicht?
18:50
Schade, dass hier für einige immer noch das Blut- und Boden-Prinzip gilt. Lieber einen Fachmann wie Karsten Rudolph als Einer von uns (Kleff), der seinen Ministern die Reden im Landtag klauen muss, damit er was zu sagen hat.
12:12
... bei aller Häme und Spott der Kommentare in Bezug auf den Nichteinzug von Herrn Rudolph, ist dieser trotzdem nicht gut für das Hochsauerland! Dr. Rudolph und auch Gerd Stüttgen haben in den vergangenen Jahren viel für das Sauerland erreicht und sich für dieses in Düsseldorf stark gemacht und ihm eine Stimme gegeben...
... 4 statt 2 Abgeordnete - noch dazu von einer abgewählten Partei - wäre besser gewesen, gerne auch 5 oder 6 als vielseitige Stimme für das Sauerland!
... den herr kleff und herr kaiser habe wahrlich keine so hörbare stimme wie ein friedrich merz, sondern eher schuhgröße 35/ 36!
23:27
So ein Mist aber auch...
Da hat unser Herr Rudolph noch extra vor der Wahl seinen Wohnsitz aus dem Ruhrgebiet nach Meschede verlegt, damit er mit dem Slogan Mehr Sauerland für NRW werben kann.
Aber gut, dass das Haus in dem er jetzt in Meschede wohnt, einem SPD-Mann gehört, dann kann er glücklicherweise wieder möglichst schnell in den Pott zurückkehren.
Schon traurig, dass die SPD keinen eigenen sauerländischen Kandidaten für Bundestag und Landtag findet.
21:43
Hallenebrg: Es liegt an Kronauge und sonst an nichts!
19:51
Fährt er halt den Bürgerbus!
18:57
bei der Bundestagswahl hat Listenplatz 23 nicht gezogen, bei der Landtagswahl Listenplatz 22 auch nicht, so ein Pech aber auch...