Großes Potential beim Ehrenamt aktivieren

Elke Maskos ist die neue Ehrenamtskoordinatorin des Josefsheims Bigge. „Durch ehrenamtliches Engagement werden wir bunter und facettenreicher“, sagt sie.
Elke Maskos ist die neue Ehrenamtskoordinatorin des Josefsheims Bigge. „Durch ehrenamtliches Engagement werden wir bunter und facettenreicher“, sagt sie.
Foto: privat
Was wir bereits wissen
Das Josefsheim Bigge hat jetzt eine Ehrenamtskoordinatorin.

Bigge..  Elke Maskos hat Anfang des Jahres diese Aufgabe als Ehrenamtskoordinatorin übernommen. Zuvor war sie 17 Jahre Abteilungsleiterin im Haus Veronika, einem Wohnhaus des Josefsheims für Menschen mit Behinderung. Die Lebensqualität der Menschen durch ehrenamtliches Engagement zu verbessern – so formuliert Elke Maskos das Ziel ihrer Arbeit.

Ehrenamt kann vielseitig sein: Die Palette reicht von der Begleitung eines einzelnen Menschen, zum Beispiel bei Freizeitaktivitäten, bis zur Hilfe bei Veranstaltungen des Josefsheims, zum Beispiel beim alljährlichen Schützenfest. „Das Ehrenamt ist so facettenreich wie der Mensch selbst“, sagt Elke Maskos. Einen Menschen mit Behinderung beim Einkauf oder zu einem Konzert zu begleiten, Hilfestellung beim Umgang mit Computer und Internet zu geben oder sogar einen Computerkurs anzubieten – die neue Ehrenamtskoordinatorin kennt viele Bedarfe für ehrenamtliches Engagement. Der Beirat, das gewählte Gremium der Menschen mit Behinderung, die im Josefsheim leben, hatte dazu eine Umfrage gemacht. „Unterstützung im Alltag und in der Freizeit sowie Bildung wurden dabei am häufigsten genannt“, stellt Georgia Petresis, die Vorsitzende des Beirats, fest.

Wichtige Zielgruppe junge Menschen

Dass Ehrenamt bei einem Dienstleister wie dem Josefsheim überhaupt koordiniert werden muss, liegt an gesellschaftlicher Veränderung, sagt Hubert Vornholt, Geschäftsführer des Josefsheims: „Früher war es selbstverständlich, dass fast jeder im Rahmen seiner lokalen Strukturen ehrenamtlich engagiert war. Heute gibt es nach wie vor große Potenziale, aber sie müssen erst aktiviert und organisiert werden.“

Gemeinsam mit der Eltern- und Angehörigenvertretung des Josefsheims möchte Elke Maskos einen Pool von Ehrenamtlichen schaffen. „Das Thema Ehrenamt ist eines unserer zentralen Anliegen“, sagt Walter Hoffmann, Sprecher der Eltern- und Angehörigenvertretung. „Wir werden unsere vorhandenen Netzwerke aktivieren und zusammen mit Frau Maskos auf Vereine und Gruppierungen in der Region zugehen. Und natürlich werden wir uns selbst weiterhin ehrenamtlich engagieren.“

Eine wichtige Zielgruppe sind junge Menschen. In Planung sind unter anderem Kooperationen mit Schulen und Berufskollegs, um Schüler und Auszubildende für das Ehrenamt zu begeistern. „Das Josefsheim wird dadurch bunter und facettenreicher“, sagt Elke Maskos. „Aber nicht nur die Menschen mit Behinderung profitieren davon. Die Bescheinigung eines Ehrenamtes für den Lebenslauf kann positiven Einfluss auf die Berufschancen eines Schülers haben“, ist sich die Koordinatorin sicher.

Dass sie eine Stelle besetzt, die es im Josefsheim vorher nicht gab, ist für Elke Maskos eine Herausforderung, die sie gern annimmt. Neben der Gewinnung von Ehrenamtlichen gehört zu ihren Aufgaben auch, in diesem Zusammenhang Schulungen und Fortbildungen für haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter zu organisieren, und die Einsätze der Ehrenamtlichen ganz konkret zu planen. Die gute Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen ist Elke Maskos ein wichtiges Anliegen. „Natürlich können und werden Ehrenamtliche nicht die Arbeit unserer hauptamtlichen Mitarbeiter übernehmen. Es geht darum, zusätzliche Angebote und damit ein Mehr an Lebensqualität zu schaffen“, betont sie.

Gewinn für alle

Ob sich ein Ehrenamtlicher einmal im Jahr, einmal im Monat oder mehrmals pro Woche engagieren möchte, bestimmt jeder nach seinen Wünschen und Möglichkeiten selbst. „In jedem Fall ist Ehrenamt ein Gewinn für alle Beteiligten: für den Menschen mit Behinderung, für den Ehrenamtlichen und für das Josefsheim.“