Größere Notunterkunft für Flüchtlinge in Brilon?

Was wir bereits wissen
Für die zahlreichen Flüchtlinge in NRW wird verzweifelt nach Quartieren gesucht. In Brilon kommt eventuell ein Gebäude als Notunterkunft in Frage.

Brilon..  In Brilon kommt möglicherweise ein Gebäude als Notunterkunft für Flüchtlinge in Frage. Auf der Suche nach zusätzlichen Quartieren zur Erstunterbringung von Asylsuchenden hatte die Bezirksregierung Arnsberg eine Eilumfrage gestartet (wir berichteten). Denn auf NRW rollt eine unerwartet große Welle an Flüchtlingen zu. Zusätzlich zum ständigen Flüchtlingsstrom sollen Schätzungen zufolge monatlich mehr als 6000 Menschen aus dem Kosovo ankommen.

„Wir haben keine Fehlanzeige gemeldet“, sagte Brilons Bürgermeister Christof Bartsch gestern auf Anfrage der Westfalenpost. Genauere Informationen über das Objekt wollte er zunächst nicht preisgeben, da derzeit noch nicht geklärt sei, ob die betreffenden Räumlichkeiten überhaupt als zentrale Aufnahmestelle des Landes NRW geeignet seien.

Folgenden Voraussetzungen müssen die Gebäude erfüllen: Die Liegenschaften sollten mindestens für zwei bis vier Wochen nutzbar sein. Mindestens 150 Personen müssen untergebracht werden können. Geeignete sanitäre Anlagen müssen vorhanden sein. Die Betreuung und Verpflegung der Asylsuchenden müssen durch geeignete Maßnahmen sichergestellt werden.

Gesundheitsamt informiert

Angesichts der weiter ansteigenden Flüchtlingswelle spitzt sich die Suche nach geeigneten Unterkünften langsam zu. In der bereits bestehenden Unterkunft in Brilon-Wald gibt es ein Problem mit Ungeziefer: Seit Monaten werden dort Kakerlaken bekämpft. „Die Situation ist uns bekannt“, bestätigt Sozialamtsleiterin Karin Wigge. Auch das Gesundheitsamt sei informiert und habe sich ein Bild von der Lage gemacht. In regelmäßigen Abständen würden die Kakerlaken dort bekämpft, eine Unterweisung seitens einer Fachfirma sei erfolgt. „Wir haben das Problem im Griff, aber schön ist es nicht“, so Wigge. Um die Unterkunft komplett von dem Ungeziefer zu befreien, wären aufwändige Maßnahmen nötig: „Das Haus müsste komplett geräumt werden und ein halbes Jahr leerstehen und durchfrieren.“ Doch Wohnraum für Asylsuchende ist ohnehin knapp: „Was sollen wir tun?“

Eine mögliche Ursache des Problems ist laut Wigge die Mentalität der Bewohner: Die Flüchtlinge bringen nicht nur verschiedene Sprachen, Religionen und Erlebnisse mit, sondern zum Teil auch ganz unterschiedliche Lebensgewohnheiten.

Angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen wird die Suche nach weiterem Wohnraum absehbar nicht einfacher. Derzeit werde laut Wigge bei den Briloner Unterkünften auf die Einhaltung von Standards geachtet. „Vielleicht müssen wir die in Zukunft überdenken.“