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Gewerbliche Sammler bleiben ein Problem

17.01.2015 | 07:00 Uhr
Gewerbliche Sammler bleiben ein Problem
Gewerbliche Altkleider-ContainerFoto: privat

Altkreis.   Das Problem der zunehmenden gewerblichen Sammler von Altpapier.

Die sechs Städte im Altkreis haben das Konzept des Hochsauerlandkreises für eine kreisweite Sammlung von Altkleidern zwar ad acta gelegt, und die gemeinnützigen Sammelverbände sind durchweg erleichtert, dass ihre ehrenamtliche Arbeit dadurch gestützt wird (wir berichteten). Doch das Problem der zunehmenden gewerblichen Sammler bleibt bestehen.

Stephan Kowoll, der Geschäftsführer der Kolping Recycling GmbH in Fulda, die alleine in 2014 rund 14 000 Tonnen Altkleider entsorgte, erläuterte im Gespräch mit der WP, dass eine kommunale Sammlung doch durchaus Sinn mache und man die gemeinnützigen Sammler mit einbeziehen könne.

Olsbergs Bürgermeister Wolfgang Fischer sowie Marcus Bange vom Ordnungsamt in Brilon bestätigen, dass das Aufstellen von illegalen Sammel-Containern ein ständiges Ärgernis sei, für das noch ein Gesamtkonzept fehle. Bislang würden solche Container vom Bauhof entsorgt, sofern sie auf städtischen Flächen auftauchten. Als mögliches Beispiel nannte Fischer die „Duo-Tonne“ in Büren.

Dort läuft gerade ein Versuchsprojekt, zwei Mal jährlich die blaue Tonne, die normalerweise für Altpapier da ist, zusätzlich für eine Kleidersammlung zu nutzen.

Eine solche Lösung erachtet auch Stephan Kowoll für sinnvoll. „In ländlichen Gegenden werden sich solche Vorhaben zwar rechnerisch nicht für die Städte lohnen, weil die Bürger die gewohnten caritativen Sammlungen weiter nutzen und das Altkleider-Volumen daher nicht rentabel sei“, so Kowoll. Eine Kommune habe jedoch die Möglichkeit, Anträge auf gewerbliche Sammlungen abzulehnen, wenn diese nachweislich mit eigenen kommunalen Sammlungen konkurrieren. Ansonsten müsse eine gewerbliche Sammlung genehmigt werden, sofern die entsprechenden Vorschriften erfüllt seien.

Gute Zusammenarbeit

Die Beispiele von Bielefeld oder dem Kreis Soest zeigten zudem, dass konstruktive Kooperationen zwischen Kommunen und gemeinnützigen Verbänden möglich seien.

Sowohl Wolfgang Fischer als auch Marcus Bange sprachen sich einhellig für eine Unterstützung der Wohlfahrtsverband-Sammlungen vor Ort aus. So gebe es in Brilon bereits seit fast 20 Jahren eine gute Zusammenarbeit mit dem DRK und den Maltesern, die nicht gefährdet werden dürfe. Wenn das Thema Altkleidersammlung von Seiten der Städte noch einmal aufgegriffen werden sollte, dann nur in Absprache mit den jeweiligen Verbänden.

Das ist auch der Tenor in Marsberg. Dies unterstrich Bürgermeister Klaus Hülsenbeck auf Anfrage der WP: „Es war ein Missverständnis, dass wir für die HSK-Sammlung gestimmt haben sollten. Wir waren und sind weiterhin für den Punkt aus dem HSK-Konzept, die gewerblichen Sammlungen einzudämmen. Deshalb stellen wir nach wie vor keine städtischen Flächen zur Verfügung.“

Einer kreiseigenen Sammlung hätte Hülsenbeck nur dann zugestimmt, wenn die bekannten wohltätigen Institutionen vor Ort eingebunden worden wären. Eine stadteigene Sammelaktion sei für Marsberg derzeit kein Thema.

Keine stadteigene Aktion

Andreas Ströthoff von der Kolpingsfamilie Niedermarsberg begrüßte die jetzige Entscheidung der Stadt, damit werde die ehrenamtliche Tätigkeit der Kolpingsfamilie unterstützt. „Unser Bürgermeister war bei der Aktion Rumpelkammer im vergangenen Frühjahr den ganzen Tag dabei und weiß daher, wieviel Arbeit in dieser Aktion steckt und wie wichtig sie für uns ist. Eine Entscheidung für die Kreissammlung hätte im Widerspruch dazu gestanden.“

Positive Bewegung

Der WP-Artikel im November, in dem unter anderem die Kolpingsfamilie die Stadt wegen der Sammelpläne kritisiert hatte, habe viel positive Bewegung in das Thema gebracht. So hätten daraufhin Gespräche mit Bürgermeister Hülsenbeck stattgefunden, aber auch mit zahlreichen Bürgern, denen dadurch der Stellenwert von Altkleidersammlungen für die gemeinnützigen Verbände bewusst geworden sei und die nun den längeren Weg zum Kolping-Container einschlagen würden, anstatt ihre abgelegte Kleidung an gewerbliche Sammler zu geben.

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2015-01-17 07:00
Nachrichten aus Brilon, Marsberg und Olsberg