Georg Büchner trifft auf Tom Waits

Frankenberg..  Ein Dramenfragment des hessischen Schriftstellers und Revolutionärs Georg Büchner, dazu die düster-aufrührerischen Songs des amerikanischen Musikers Tom Waits - mit einer wilden, die Fantasie anregenden Fassung des Stücks „Woyzeck“ wartet die Hessische Landesbühne Marburg am Donnerstag, 15. Januar, ab 20 Uhr als Gast des Frankenberger Kulturrings in der Ederberglandhalle auf.

Robert Wilson kombinierte bereits im Jahr 2000 für ein Theater in Kopenhagen Büchners Stück aus dem Jahr 1837 mit Liedern aus der Feder von Tom Waits. In ihrer rauen und düster-romantischen Atmosphäre erweitern Musik und Songtexte das Drama, heben es auf eine neue Ebene und lassen die ganze Welt wie durch die Augen Woyzecks aussehen: dunkel, verwirrend und elend, bevölkert von tierischen und verzweifelten Menschen, beleuchtet vom Mond, der rot wie ein „blutiges Eisen“ am Himmel steht und verkündet: God’s away on business.

Ausgebeutet und betrogen

Im Mittelpunkt steht ein Abhängiger, Getriebener: Woyzeck rasiert den Hauptmann. Woyzeck schneidet Stöcke. Woyzeck isst seine Erbsen. Woyzeck sagt „Jawohl“. Woyzeck ist brav. Als einfacher Soldat tut er alles, um Marie und das gemeinsame Kind versorgen zu können, bedient als Bursche den Hauptmann und verdingt sich überdies dem Doktor für dessen medizinische Experimente. Doch er hört Stimmen, hat Visionen, fühlt sich verfolgt. Nur Marie und das Kind geben ihm Halt - bis Marie eine Affäre mit dem Tambourmajor beginnt. Ausgebeutet, gedemütigt und betrogen, gibt Woyzeck rasend vor Eifersucht den Stimmen nach und ersticht Marie.