„Gemeinsam Wege suchen“ in der Partnerschaft

Sie leiten die drei Beratungsstellen für Schwangerschaftskonflikte und Familienplanung der Diakonie Ruhr-Hellwig: (v.l.) Ellen Mendelin-Plauth (Brilon), Annette von dem Bottlenberg (Arnsberg) und Michaele Seidel (Meschede)
Sie leiten die drei Beratungsstellen für Schwangerschaftskonflikte und Familienplanung der Diakonie Ruhr-Hellwig: (v.l.) Ellen Mendelin-Plauth (Brilon), Annette von dem Bottlenberg (Arnsberg) und Michaele Seidel (Meschede)
Foto: WP
Drei Beratungsstellen für Schwangerschaftskonflikte und Familienplanung unterhält die Diakonie im Hochsauerlandkreis, in Brilon, Meschede und Arnsberg.

Brilon..  „Gemeinsam Wege suchen“ - diesem Ziel verschreiben sich die drei „Beratungsstellen für Schwangerschaftskonflikte und Familienplanung“ der Diakonie Ruhr-Hellweg im HSK seit Jahren. Welche Wege vor Ort beschritten werden, das erläuterten die Leiterinnen gestern in der Beratungsstelle Brilon in der Bahnhofstraße 27. Dorthin kommen junge Mädchen ab 13 Jahren und Frauen bis 48 Jahren, um Fragen und Probleme rund um ihre Schwangerschaft vertraulich zu besprechen. „Es ist oft schambesetzt, darüber zu reden“, weiß Leiterin Ellen Mendelin-Plauth, „aber wir signalisieren den Betroffenen, dass wir immer gemeinsam Lösungen suchen und bauen so Vertrauen auf.“ Bei Schwangeren sei eine zeitnahe Beratung wichtig, zu der auch Männer mitkommen können. „Die gehen oft viel rationaler an das Thema heran und stellen interessiert Fragen“, so Ellen Mendelin-Plauth.

Einflüsse der Arbeitswelt

Die Beratungsstelle Meschede bietet zusätzlich ein Müttercafé an. „Dieses niederschwellige Angebot soll Betroffenen den Weg ebnen in die Beratungsstelle“, sagt Leiterin Michaele Seidel.

Einig sind sich die beiden Fachfrauen mit Annette von dem Bottlenberg, Leiterin der Beratungsstelle in Arnsberg, darüber, wie aktuelle wirtschaftliche Entwicklungen sich kritisch auf die Situation von Schwangeren und Müttern auswirken. Es kommen kaum noch Ratsuchende mit unbefristeten Arbeitsverträgen“, so Annette Bottlenberg, „der Trend zu Teilzeitstellen und befristeten Verträgen erschwert die Familiengründung.“ Junge Frauen ohne Schulabschluss oder mit niedriger Qualifizierung sehen oft beruflich keine Perspektive mehr. Durch die Mutterschaft und ein „Baby als Daseinsberechtigung“, so Michaele Seidel, „glauben sie, ihren Platz in der Gesellschaft gefunden zu haben.“