Gelungene Abschlussveranstaltung in Düdinghausen
30.12.2007 | 17:19 Uhr 2007-12-30T17:19:00+0100Düdinghausen. Als Höhepunkt des Jubiläumsjahres fand am Samstagabend eine Abschussveranstaltung in der Schützenhalle statt.
Dass man dieses Festjahr überhaupt begehen konnte, ist nicht zuletzt Antonie Finnemann zu verdanken, die in einem alten Archiv eine Urkunde fand, die das Alter des Dorfes dokumentiert. Begonnen wurde der Festakt mit einem Pontifikalamt, zelebriert von Weihbischof Matthias König in der St. Johannes Baptist Kirche zu Düdinghausen. Musikalisch begleitet wurde die Messe durch den Kirchenchor und den Musikverein. Bei der anschließenden Feier in der Schützenhalle wurden die Besucher mit dem Lied „Zum Geburtstag Düdinghausen…”, vorgetragen durch den Projektchor, empfangen. Es folgte die Begrüßung durch Gerlinde Frese und Ferdinand Asmuth an „alle dei hie sit”. Anschließend hielt Weihbischof Matthias König die Festansprache. Ganz unter dem Motto „Kirche im Wandel der Zeit” ging der Weihbischof unter anderem auf die Themen Herausforderungen der Zeit sowie Krise als Chance ein. Er erläuterte, dass Deutschland das zweitheidnischste Land in Europa sei. „Wir müssen lernen, auf die Menschen zuzugehen”, so Matthias König. Der Glaube sei nicht out, man erlebe immer wieder die Faszination in anderen Ländern und jeder solle auch den Mut haben, für seinen Glauben einzustehen. Nach der Festansprache begeisterte das Jugendblasorchester unter der Leitung von Carolin Eickhoff das Publikum, nicht nur mit einem Choral. Dankes- und Grußworte wurden vom stellvertretenden Landrat Rudolf Heinemann, dem Landtagsabgeordneten Hubert Kleff und Bürgermeister Heinrich Nolte gesprochen. Das beispielhafte Engagement der Düdinghäuser wurde gewürdigt. Um etwas auf die Beine zu stellen, sei in Düdinghausen das Gemeinwohl über das Privatwohl gestellt worden. Richtig Schwung brachten die Laienschauspieler mit ihrem Theaterstück in die Dorfhalle. Ein Sprung ins Jahr 2057 zeigte eine Frau auf „Gerkes Dachboden”, die dort einen alten Koffer fand. Darin befanden sich eine Karnevalsmaske, ein Kalender, ein Pergament, ein Steinguttopf, Liebesbriefe, ein Jagdschein, ein Blumenstrauß und ein altes Hochzeitsfoto. Zu jedem Requisit wurde jeweils eine Szene aus der Geschichte des Dorfes vorgeführt, zum Beispiel das Kronaugenpflücken, Knappen oder Streuen oder die Karnevalsjecken, was die Lachmuskeln der Zuschauer stark strapazierte. Wörter und Sätze wie „Mömme, so nen Schmacht, Stroote kehren oder Kramenzeln” schallten durch den Saal. „Kramenzeln” ist übrigens Platt, die Übersetzung ist Ameisen. Es wurde beispielsweise eine Geschichte über das Schützenfest nachgestellt. Wie war das doch damals? Vogelklau in Brilon-Wald? Vier Fußballspieler stahlen 1948 beim Schützenfest in Brilon-Wald den Schützenvogel. Die vier jungen Männer wurden sogar polizeilich verhört, stritten aber alles ab. Und bekamen zum guten Schluss von den Brilon-Walder Schützen als Entschuldigung Alkohol und Nikotin. Im Jahr darauf wurde erstmalig mit einem echten Schützenvogel Schützenfest in Düdinghausen gefeiert. Die Schauspieltruppe wurde mit viel Applaus und Lachern belohnt. Der Festakt fand mit dem Düdinghausen-Lied „Versteckt im tiefsten Sauerland…” seinen Abschluss, vorgetragen durch den Projekt- und Kirchenchor. Nach dem offiziellen Teil spielten die „Lederhosenmusikanten” zum Tanz auf. Den Besuchern wurde ein gut organisierter und abwechslungsreicher Abend geboten.
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