Geldstrafe nach Waffen-Diebstahl

Brilon..  Zu einer Geldstrafe von 75 Tagessätzen zu je 20 Euro wurde im Amtsgericht Brilon ein 40-Jähriger aus dem Raum Korbach verurteilt. Die Anklage lautete: Verstoß gegen das Waffengesetz und gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz. Der gelernte Kfz-Mechaniker war bis 2008 insgesamt zwölf Jahre als Zeitsoldat bei der Bundeswehr tätig. In dieser Zeit brachte er aus deren Beständen zwei Patronen für Gewehre, zwei Zünder für Handgranaten sowie eine Leuchtspur unerlaubt in seinen Besitz.

Fehlverhalten bedauert

„Es war Dummheit, und ich bereue es“, bedauerte der Angeklagte im Gericht sein Fehlverhalten. Die bei der Bundeswehr gestohlenen Waffen lagerte er in einer Metallkiste jahrelang im Keller seiner Mietwohnung in Olsberg. Er „vergaß“ diese Kiste nach eigenen Aussagen, bis seine Vermieterin seinen Keller nach Kündigung der Wohnung aufräumte. Sie entdeckte die Kiste und erstattete im Mai 2014 Anzeige gegen den 40-Jährigen.

„Objektive Gefährdung“

Staatsanwältin Sabine Krippendorf bemerkte, dass von diesen über Jahre im Keller gelagerten Waffen eine „objektive Gefährdung“ ausgegangen sei. Ja, sein Mandant habe gestohlen, stellte Verteidiger Schmidt fest, da es sich hier aber um einen „minder schweren Fall“ handele, halte er eine „moderate Geldstrafe“ für angemessen. Möglich wäre eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren.

Der Vorsitzende Richter Hans-Werner Schwens erinnerte daran, dass der Angeklagte in den vergangenen Jahren bereits „zweimal strafrechtlich in Erscheinung getreten“ sei, die Straftaten wurden mit Geldstrafen belegt, seien inzwischen aber verjährt. Obwohl man den Angeklagten nicht zusätzlich finanziell belasten wolle, hielten Richter und Schöffen in seinem Fall eine Geldstrafe für angemessener als eine Bewährungsstrafe. Das Urteil wurde angenommen. „Lassen Sie sich hier nicht mehr erwischen, ich möchte Sie hier nicht wiedersehen! Alles Gute“, lauteten die Schlussworte der Verhandlung von Richter Schwens.