Gefahr: Windräder vergrämen Gäste

Beim Windkraft-Gipfel in Willingen: (v.l.) Bürgermeister Thomas Trachte, RP Dr. Walter Lübcke (Kassel), Landrat Dr. Reinhard Kubat (Waldeck-Frankenberg), Landrat Dr. Karl Schneider (HSK), RP Dr. Gerd Bollermann (Arnsberg)
Beim Windkraft-Gipfel in Willingen: (v.l.) Bürgermeister Thomas Trachte, RP Dr. Walter Lübcke (Kassel), Landrat Dr. Reinhard Kubat (Waldeck-Frankenberg), Landrat Dr. Karl Schneider (HSK), RP Dr. Gerd Bollermann (Arnsberg)
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Freitagnachmittag fand in Willingen der erste „Windkraft-Gipfel“ für die Tourismus-Region zwischen Diemelsee und Kahler Asten statt. Gefordert wird eine Schutzzone

Willingen/Altkreis.. Weil der Tourismus zwischen Diemelsee und Kahlem Asten von exponierter wirtschaftlicher Bedeutung ist, soll er in dieser Region im Rahmen der weiteren Windkraft-Planung als Tabu-Kriterium definiert werden.

Dieses Anliegen trugen am Freitag die Landräte des Hochsauerlandkreises und des Kreises Waldeck-Upland gemeinsam mit den Bürgermeistern von Willingen, Winterberg, Medebach, Olsberg, Brilon, Diemelsee und Marsberg den Regierungspräsidenten von Kassel, Dr. Walter Lübcke, und Arnsberg, Dr. Gerd Bollermann, vor.

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Für Gastgeber Thomas Trachte wäre dies „vergleichbar mit dem Sonderstatus, den hochwertige Naturschutzgebiete wie der Nationalpark Kellerwald genießen“.

Rund vier Millionen Übernachtungen entfallen auf die sieben Kommunen. Vor allem Aktiv- und Sporturlauber, Erholungsurlauber, Kurgäste und Familien bilden das Gros der Gäste.

„Politisches Signal“

Für diese Klientel, so Thomas Trachte, sei „ein attraktives, ruhiges und geschontes Landschaftsbild unbedingt erforderlich“. Sonst würden sie sich ganz schnell von hier ab- und Regionen zuwenden, „deren Landschaftsbild weniger technisch überzeichnet und damit aufgrund der gegebenen Natürlichkeit erheblich attraktiver als das windindustrialisierte Hochsauerland in NRW und Hessen ist“.

Landrat Dr. Karl Schneider sah es als problematisch an, einen „unbestimmten Rechtsbegriff wie touristische Kernzone“ in die künftigen Planungsverfahren einfließen zu lassen. Klar ist für ihn: „Wir wollen die politischen Vorgaben (der Energiewende, Anm. d. Red.) umsetzen, dabei aber die Interessenkonflikte in Einklang bringen und die Beeinträchtigungen in Grenzen halten.“ Das gestrige Treffen sei dazu ein „politisches Signal“.

Dr. Bollermann sagte, die Regionalplanung im Bereich Energie sei „kein in Stein gemeißeltes Regelwerk“. Die 25 000 im Rahmen der Offenlegung vorgebrachten Eingaben – Dr. Bollermann: „Sehr ungewöhnlich.“ – hätten „einen Diskussionsprozess angeregt“, denn: „Wir werden die Anregungen ernst nehmen.“ Wobei er darauf hinwies, dass ja nicht er Herr des Verfahrens sei, sondern der Regionalrat.

Breitere Kriterienbewertung

Der Arnsberger Behördenleiter schlug den Bürgermeistern vor, ein länderübergreifendes touristisches Gesamtkonzept für Hochsauerland, das Upland und den Naturpark Diemelsee „mit klaren Perspektiven“ auszuarbeiten. Vielfach herrsche seiner Wahrnehmung nach noch Kirchturmdenken vor.

Die Beeinträchtigung von Gemeinden, die nur vom Tourismus leben, so der Kasseler RP Dr. ­Lübcke, könne „nicht von Interesse sein“.

Seinem Arnsberger Kollegen ist aufgefallen: „Hier und da ist die Kriterienbewertung breiter geworden.“