Für lediglich acht Songs Abstecher ins Sauerland

Olsberg..  Fleetwood Mac, Janis Joplin, Aretha Franklin: Die internationale Musikwelt überschlägt sich mit Vergleichen der Superlative, um eine Band zu beschreiben, die einer anderen Zeit entsprungen zu sein scheint. Blues Pills ist der Name des amerikanisch-schwedisch-französischen Quartetts, das im vergangenen Jahr einen Senkrechtstart hingelegt hat, wie ihn wohl nur wenige Musiker für sich verzeichnen können. Am Wochenende war die Bluesrock-Band in der Konzerthalle in Olsberg.

Schier unglaubliche Stimme

Gleich zum Auftakt ihres Auftritts knallen die Blues-Rocker dem Publikum ihr „High Class Woman“ um die Ohren. Mit ihrer schier unglaublichen Stimme zieht Sängerin Elin Larsson das Publikum sofort in ihren Bann. Barfuß und mit Tambourin bewaffnet, gibt die zierliche Sängerin Vollgas. Ein echtes Highlight ist auch „Devil Man“, Elin singt sich die Seele aus dem Leib. Nein, die gängigen Vergleiche mit echten Legenden sind nicht zu hoch gegriffen. Hier und da sieht man beinah ungläubige Blicke, „Die ist ja der Wahnsinn!“ stellt ein ein älterer Gast in Lederkutte anerkennend fest. Den Applaus hat sich Elin Larsson redlich verdient.

Überraschend frühes Ende

Ungläubige Blicke gibt es allerdings auch, als die Band nach „Little Sun“, einem Song, den Elin ihrem besten Freund widmet, recht überraschend die Bühne verlässt. War es doch erst der gerade einmal achte Song des Abends. Man muss zwar fairerweise dazu sagen, dass Larsson zuvor „the last song for tonight“ ankündigte, doch wirklich Ernst genommen hat das nach der ziemlich kurzen Spielzeit von gerade einmal einer dreiviertel Stunde wohl niemand.

Elins Stimmbänder sind entzündet und mehr war offenbar einfach nicht drin, heißt es. Respekt dafür, dass sie trotz dieser Erkrankung eine solche Show abliefern konnte. Ob sie bei voller Gesundheit noch besser ist? Kaum vorstellbar!

Die Besucher in Olsberg hatten nicht als einzige das Pech, eine unerwartet kurze Vorstellung geboten zu bekommen. Am Vorabend in Köln gab es das gleiche Problem, der Gig in Genf einige Tage zuvor musste gar gecancelt werden.

Die Sauerländer hatten also sozusagen noch mal Glück im Unglück.

Drei Bands als Support

Wohl wegen des erwarteten kurzen Haupt-Acts hatten die Blues Pills nicht nur die üblichen zwei, sondern sogar drei Support-Acts mitgebracht. Zum Beispiel Jex Thoth aus den USA, deren Stil sich irgendwo zwischen Doom-Metal und Psychedelic Rock einordnen lässt. Mit hypnotisierenden Klängen, Räucherungen und der faszinierenden Stimme von Sängerin Jessica Toth hüllt die Band die Halle in eine ganz eigene Atmosphäre.

Für reichlich Stimmung sorgte die ebenfalls aus Örebro stammenden Stoner-Rock-Band „Truckfighters“. Besonders Gitarrist Niklas „Dango“ Källgren geht ab wie „Schmitz Katze“ und verlässt am Ende klatschnass geschwitzt die Halle.

Und auch Tree Seasons sorgen mit einer Mischung aus Blues,, Rock, Folk und psychedelischen Klängen für nostalgische Momente.