Flächen sind verloren

Bergdorf-Projekt Gudenhagen..  Wieder ein Beispiel für extrem zweifelhaften Freiflächenverbrauch: 17 Appartements, mindestens 8 Hütten und anderes. Wie viel Hektar sind das? In NRW verschwinden täglich laut Angabe der Landesregierung 10 ha. Wofür in diesem Falle? Medebach hat seinen Center Parc, Winterberg hat von dieser Einrichtungsart schon mindestens 2, Bigge will einen Park schaffen, Marsberg war wohl auch dran – und nun also wieder Brilon. (Man denke auch an das Projekt Bahnhof Brilon-Wald!)


Es wird zwar immer gesagt, dass sich die Projekte ja an ganz unterschiedlichen Kundengruppen orientieren. Es dürfte aber klar sein, dass es bei einer allgemein - auch in Holland - schrumpfenden Bevölkerung und kaum weiter wachsenden Übernachtungszahlen hier nur darum gehen kann, den Nachbarkommunen nicht allein das Feld der Tourismuseinnahmen und der Investitionstätigkeit zu überlassen. Das ist zwar aus der Sicht der einzelnen Kommune vordergründig verständlich, sollte aber nicht das Hauptproblem unbeachtet lassen: die ausgewiesenen Flächen sind für die nächsten Jahrzehnte als Freiflächen für Land-, Forstwirtschaft und Erholung verloren. Man denke daran, dass solche Freizeitparks von privaten Investoren betrieben werden, die kein Problem mit Insolvenzen haben. Die Folgeprobleme haben die Kommunen, wie an mehreren Beispielen zu belegen.


Der neue Landesentwicklungsplan sollte gerade für solche kommunalegoistischen Projekte eine Handlungsgrundlage bieten. Dies ist - wie man sieht und auch bei der Stellungnahme zum Plan gehört hat - von Seiten der Kommunen unerwünscht. Man möchte sich auch bei gesellschaftlich irrationalen Maßnahmen nicht dreinreden lassen. Warum greift die Bezirksregierung nicht hier regulierend ein? Warum macht man das jedoch mit absurd großem Eifer bei der Durchsetzung der Windenergie?


Berni Eickhoff
Düdinghausen