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Serie: In der Mitte

Firma Egger liegt im Mittelpunkt Brilons

29.10.2009 | 17:27 Uhr
Firma Egger liegt im Mittelpunkt Brilons

Brilon. Hochmoderne Technik mit GPS und Co. macht es möglich. Anhand von Koordinaten lässt sich die geographische Mitte jeder Gemeinde problemlos ermitteln. Der Mittelpunkt der Stadt Brilon liegt mitten auf dem Gelände der Firma Egger.

Brilon. Haben Sie eine Idee, wo der Mittelpunkt der Stadt Brilon liegt? Vielleicht in Alme, Scharfenberg oder Altenbüren? Falsch: bei Egger.

Norbert Baumeister von der Abteilung Geoinformationen und Liegenschaftskataster beim HSK sei Dank. Er hat uns die Daten zur Verfügung gestellt. Bei der Brilon Wirtschaft und Tourimus (BWT) haben wir uns - was übrigens jeder Gast für Wanderungen gegen eine kleine Gebühr und ein Pfand tun kann - ein mobiles GPS-Gerät ausgeliehen, die Koordinaten eingetippt und los geht die Suche:

Inmitten von 80 Fußballfeldern

Das Luftbild, das uns der GeoService des HSK zur Verfügung gestellt hat, zeigt deutlich: Brilons Mittelpunkt liegt auf dem Gelände der Firma Egger. Aber wo genau? Der Holzwerkstoff-Hersteller arbeitet schließlich auf einer Fläche von 570 000 Quadratmetern. Das sind 80 Fußballfelder nach FIFA-Norm. „Sieht mir ganz nach der Abteilung Handelslager oder Zuschnitt aus”, mutmaßt Mattias Keuthen. Er leitet die Marketing-Abteilung Nord-West-Europa bei Egger und kennt den Betrieb wie seine Westentasche.

Platten über Platten

Johann Konopka arbeitet ziemlich dicht an Brilons Mitte.

Der virtuelle Zeiger des GPS-Gerätes lenkt uns in nördliche Richtung. Noch 450 Meter. Wir marschieren am Regenrückhaltebecken vorbei durch das Handelslager und die Imprägnierung. Gabelstapler fahren von rechts nach links, transportieren riesige Pakete mit fertigen Spanplatten. Matthias Keuthen: „Das Lager ist es nicht. Da bin ich aber jetzt mal gespannt.” Über kleine Brücken gehen wir von einer Halle zur anderen. Das GPS-Signal wird schwächer, geht auch schon mal ganz weg. Das liegt an den Hallendächern. Das längste Gebäude ist immerhin bis zu 500 Meter lang. Und weil wir von einer Halle zur anderen laufen, ist das Gerät etwas irritiert. Das sorgt dafür, dass wir uns mal vom Ziel entfernen, mal näher herankommen. Jetzt sind es plötzlich wieder über 400 Meter.

Mal links, mal rechts

50 Schritte nach links, 30 nach rechts. Wir laufen draußen auf einem Freigelände herum und nähern uns dem vermeintlichen Mittelpunkt. Hinter uns die Produktionshalle, wo der „Spänekuchen” hergestellt wird. Hier werden die Holzspäne auf ein Transportband gestreut und zur Platte verpresst. Aber wir sind draußen. Das Navigationsgerät schwankt: Noch drei Meter nach Süden, Stop! Noch zwei Meter nach Norden. Zuviel. Hier muss es sein. Draußen, einfach so!

Irgendwer muss doch zumindest in der Nähe zu Brilons Mitte arbeiten?! Der Mann ist schnell ausgemacht. Einen Steinwurf weiter bedient Johannes Konopka einen großen Schienenkran. Mit dem Greifarm packt er gewaltige Nadel- und Laubholzstämme und legt sie auf zwei Förderbänder. Das Holz wird im nächsten Arbeitsgang in sogenannten Messerwellen-Zerspanern zerkleinert und dann zur Spanplattenproduktion verwendet.

In der Mitte arbeiten

Mattias Keuthen ist Marketingleiter Deutschland bei der Firma Egger.

Mit beiden Händen gibt Mattias Keuthen dem Kranfahrer zu verstehen, er möge die Maschine für einen Moment abstellen. „Wusstest Du, dass Du ganz dicht am geografischen Mittelpunkt Brilons arbeitest?”, fragt er. Johann Konopka muss lachen. Der 47-jährige gelernte Sprengstoffmeister und Bergmann ist seit 3. Dezember 1990 bei Egger beschäftigt. Also von Anfang an dabei. Denn am 22. Dezember 1990 wurde die erste Spanplatte in Brilon produziert.

Dicht an der Mitte

Johann Konopka wohnt in Elleringhausen und arbeitet im Schichtdienst auf seinem Kran. Die Kabine hat sogar Heizung und Klimaanlage. Noch bis 14 Uhr muss er heute arbeiten. Wenn er dann nach Hause kommt, kann er stolz erzählen: Ich arbeite am Mittelpunkt Brilons - naja jedenfalls ziemlich dicht dran.

Fazit: Rein rechnerisch liegt der Mittelpunkt - so wie es Mattias Keuthen vermutet hat - im Bereich des Egger-Lagers. Aber bei unserem Selbstversuch hat uns die Technik an einen andern Punkt geführt. Egal: Egger mit seinen 1000 Beschäftigten ist der Mittelpunkt Brilons - und das kann man so oder so sehen!

Thomas Winterberg

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